Pontifikalamt am vierten Sonntag der Osterzeit

"Mein Hirt ist Gott, der Herr"

DOMRADIO.DE überträgt um 10 Uhr am vierten Sonntag der Osterzeit das Pontifikalamt aus dem Kölner Dom mit Weihbischof Ansgar Puff. Der Kölner Domchor singt unter der Leitung von Alexander Niehues, an Orgel ist Winfried Bönig.

Blick auf den Kölner Dom im Sommer / © shutterstock/trabantos (shutterstock)
Blick auf den Kölner Dom im Sommer / © shutterstock/trabantos ( shutterstock )

Der Knabenchor der Hohen Domkirche singt Werke u. a. von Rihards Dubra. 

Heute ist der Weltgebetstag um geistliche Berufungen mit dem Leitwort "In Liebe verwurzelt". Außerdem ist an diesem Sonntag auch der "Sonntag vom Guten Hirten“. Der wird in der Katholischen Kirche am 4. Sonntag der Osterzeit (drei Wochen nach Ostersonntag) begangen. Ursprünglich feierten alle Konfessionen den Hirtensonntag am zweiten Sonntag nach Ostern. 

Die katholische Kirche verlegte den Termin mit der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil auf den vierten Sonntag. Ziel war es, die ersten drei Sonntage ausschließlich den Berichten über die Begegnungen mit dem Auferstandenen vorzubehalten. Der Name des Sonntags ergibt sich aus dem Evangelium, in dem sich Jesus selbst als "Hirt" bezeichnet. 

Aus dem Evangelium nach Johannes 

In jener Zeit sprach Jesus: Amen, amen, ich sage euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.

Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme.

Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen.

Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.

Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.

Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. (Joh 10, 1–10)

Auslegung zum Sonntagsevangelium von Josef Blank

Dem Text geht es um die Unterscheidung zwischen „Dieb und Räuber“ einerseits und dem „Hirten der Schafe“ andererseits sowie um ihr je verschiedenes Verhalten gegenüber den Schafen. Die wieder mit dem doppelten „Amen“ eingeleitete Aussage V. 1 kennzeichnet „Dieb und Räuber“ dadurch, dass sie nicht durch die Tür in den Schafstall gehen, sondern anderswoher, über den Zaun oder die Mauer, in den Stall einbrechen. Der Hirt dagegen geht durch die Tür zu den Schafen; gerade daran ist er als der Hirt erkenntlich (V. 2). Nichtlegitimer und legitimer Zugang zu den Schafen, dies bezeichnet den Unterschied zwischen „Dieb und Räuber“ einerseits und dem Hirten andererseits.

Ein weiteres Merkmal kommt für den Hirten hinzu, nämlich das Merkmal einer großen Vertrautheit zwischen dem Hirten und seinen Schafen; sie kennen einander gut und sind aufeinander eingespielt. Wenn der Hirt am frühen Morgen zum Schafstall kommt (V. 3), dann macht ihm der Türhüter sogleich auf, und die Schafe hören seine Stimme. An der Stimme erkennen sie den Hirten. Der Hirt hat ein persönliches Verhältnis zu seinen Tieren, was sich darin ausdrückt, dass er den Tieren Namen gegeben hat und dass er sie bei diesen Namen ruft; sie sind für ihn keine Nummern. Nach Gen 2, 19 f. ist die Fähigkeit, den Tieren Namen zu geben und sie bei diesem Namen zu rufen, ein Vorrecht, das den Mensch gegenüber den Tieren auszeichnet. Hier ist es auf den Hirtenbrauch zugespitzt. Der Hirt führt die Schafe „hinaus“, aus dem Stall ins Freie, auf die Weide. Er zieht der Herde voran, während ihm diese folgt (V. 4). Die Schafe folgen ihm aber, weil sie seine Stimme kennen, also auch ihrerseits dem Hirten vertraut sind. Wieweit man die Metapher der „Stimme“ noch präzisieren kann, mag offenbleiben. Es soll ja klarwerden, „dass die Schafe den Hirten mit instinktiver Sicherheit erkennen … Was das Gleichnis hiermit sagen will, ist ohne weiteres klar: Die Seinen erkennen den Offenbarer mit derselben unfehlbaren Sicherheit, mit der die Schafe ihren Hirten erkennen“ (Rudolf Bultmann). Umgekehrt gilt für den „Fremdling“: Weil sie seine Stimme nicht kennen, erschrecken sie vor ihm, ergreifen die Flucht und folgen ihm nicht.

Josef Blank (dt. Neutestamentler, 1926–1989), aus: Ders., Das Evangelium nach Johannes, Bd. 1b = Geistliche Schriftlesung 4, 1b, Düsseldorf 1981, 225–226, © Rechtenachfolge Josef Blank

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Der Mädchenchor am Kölner Dom ist einer der vier Domchöre / © Beatrice Tomasetti (DR)
Der Mädchenchor am Kölner Dom ist einer der vier Domchöre / © Beatrice Tomasetti ( DR )
Quelle:
DR

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