Weihbischof Puff hinterfragt, wem wir im Leben folgen

"Folge niemandem, dessen Stimme nicht nach Liebe klingt"

Wem kann ich vertrauen? Wem folge ich? Im Kölner Dom hat Weihbischof Ansgar Puff das Bild des guten Hirten aufgegriffen und dazu aufgerufen, das eigene Leben nicht beliebigen Stimmen zu überlassen, sondern sich an Jesu zu orientieren.

In seiner Predigt hat Weihbischof Ansgar Puff das Bild vom guten Hirten aufgegriffen und dazu aufgerufen, das eigene Leben nicht beliebigen Stimmen zu überlassen, sondern sich an der Stimme Jesu zu orientieren.

Puff erinnerte daran, dass Kinder früh lernten, nicht mit Fremden mitzugehen. Auch Jesus fordere dazu auf, nicht jedem zu folgen, sondern genau zu prüfen, wem man Vertrauen schenkt. Das gelte auch für moderne Formen des "Folgens", etwa in sozialen Netzwerken. Wer jemandem folge, überlasse ihm Einfluss auf das eigene Leben. Jesus greife im Evangelium das Bild vom Hirten auf., der seine Schafe beim Namen nenne. Die Schafe folgten ihm, weil sie seine Stimme kennen. Fremden hingegen liefen sie nicht nach. Hinter diesem Bild stehe die Frage, wer im Leben Orientierung gibt und wem man sich anvertraut.

Jeder trägt einen Ruf

Puff erinnerte daran, dass Christen in Jesus jemanden hätten, der sie verlässlich führe. Jesus habe seine Liebe nicht nur verkündet, sondern sie im Kreuz sichtbar gemacht. Wie in der Geschichte von "Harry Potter", in der Harry durch das Opfer seiner Mutter überlebt, habe Jesus ganz real durch sein Sterben am Kreuz den Menschen Schutz und Leben eröffnet. Diese Liebe sei Grundlage des Vertrauens. Wer erkenne, wie sehr Christus ihn liebe, könne sich ihm anvertrauen. Seine Stimme sei daran zu erkennen, dass sie "nach Liebe klingt".

Zum Weltgebetstag für geistliche Berufungen betonte Puff abschließend, dass jeder Mensch einen Ruf in sich trage. Dieser Ruf sei unterschiedlich, könne aber als Einladung verstanden werden, dem eigenen Leben eine Richtung zu geben. Berufung zeige sich in verschiedenen Lebensformen, etwa im priesterlichen Dienst, im Ordensleben oder in der Ehe. Der Weihbischof rief dazu auf, um Unterscheidungsvermögen zu bitten, um zwischen verschiedenen Stimmen im Leben unterscheiden zu können. Gleichzeitig bat er um Beständigkeit, damit Menschen ihrem Weg treu bleiben. Christus gehe als guter Hirt voraus und begleite die Menschen durch ihr Leben.


DOMRADIO.DE hat am vierten Sonntag der Osterzeit das Pontifikalamt aus dem Kölner Dom mit Weihbischof Ansgar Puff übertragen. Der Kölner Domchor sang unter der Leitung von Alexander Niehues, an Orgel war Winfried Bönig. Der Knabenchor der Hohen Domkirche sang Werke u. a. von Rihards Dubra. 

An diesem Sonntag ist der Weltgebetstag um geistliche Berufungen, der in diesem Jahr unter dem Leitwort "In Liebe verwurzelt" steht. Außerdem ist an diesem Sonntag der "Sonntag vom Guten Hirten". Dieser wird in der Katholischen Kirche am vierten Sonntag der Osterzeit – und damit drei Wochen nach Ostersonntag) -begangen. Ursprünglich feierten alle Konfessionen den Hirtensonntag am zweiten Sonntag nach Ostern.

Die katholische Kirche verlegte den Termin mit der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil auf den vierten Sonntag. Ziel war es, die ersten drei Sonntage ausschließlich den Berichten über die Begegnungen mit dem Auferstandenen vorzubehalten. Der Name des Sonntags ergibt sich aus dem Evangelium, in dem sich Jesus selbst als "Hirt" bezeichnet. 

Kölner Dommusik: Die vier Chöre am Kölner Dom

Die Kölner Dommusik besteht aus vier Chören und hat mit diesen den Auftrag die Gottesdienste an der berühmten Kölner Kathedrale, dem Kölner Dom, musikalisch auf hohem Niveau zu gestalten. Darüber hinaus ist sie als Kulturbotschafter auch außerhalb Kölns eine feste Größe.

Der Mädchenchor am Kölner Dom ist einer der vier Domchöre / © Beatrice Tomasetti (DR)
Der Mädchenchor am Kölner Dom ist einer der vier Domchöre / © Beatrice Tomasetti ( DR )
Quelle:
DR

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