Kirche in Deutschland würdigt Papst Franziskus am ersten Todestag

Vision einer "hinausgehenden Kirche"

Die deutschen Bischöfe und das ZdK erinnern ein Jahr nach seinem Tod an Papst Franziskus und würdigen ihn als Erneuerer der Kirche und leidenschaftlichen Streiter für Gerechtigkeit. Was wirkt von seiner Vision weiter?

Archivbild: Papst Franziskus mit einer jungen Mutter / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Archivbild: Papst Franziskus mit einer jungen Mutter / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) haben den vor einem Jahr gestorbenen Papst Franziskus gewürdigt.

"Franziskus hat uns eindringlich daran erinnert, dass die Kirche nur dann glaubwürdig ist, wenn sie sich den Menschen zuwendet – besonders den Armen, den Ausgegrenzten und denen an den Rändern der Gesellschaft", so der Bischofskonferenz-Vorsitzende Bischof Heiner Wilmer am Dienstag in den Sozialen Medien. Mit seinem Einsatz für Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Frieden habe Franziskus weit über die Kirche hinaus gewirkt.

Bischof Heiner Wilmer / © Daniel Löb (dpa)
Bischof Heiner Wilmer / © Daniel Löb ( dpa )

Vor einem Jahr, am 21. April 2025, war Papst Franziskus im Alter von 88 Jahren in Rom gestorben. Der Argentinier stand von 2013 bis zu seinem Tod an der Spitze der katholischen Kirche. Wilmer bezeichnete ihn als Erneuerer der Kirche. Seine Vision einer "hinausgehenden Kirche" bleibe Maßstab und Auftrag.

Leidenschaft für Gerechtigkeit

Auch die Präsidentin des Laien-Dachverbands ZdK, Irme Stetter-Karp, hob auf Instagram Franziskus' "Leidenschaft für Gerechtigkeit" hervor: "Er forderte die Christenheit in Wort und Tat zu internationaler Solidarität auf. Synodal sein hieß für ihn sehr offensichtlich, Grenzen und Mauern zu überwinden, gemeinsam unterwegs zu sein." 

Irme Stetter-Karp / © Peter Kneffel (dpa)
Irme Stetter-Karp / © Peter Kneffel ( dpa )

Besonders geschätzt habe sie seine enge Verbindung zu Armen, Geflüchteten, Sterbenden und Ausgegrenzten. Zugleich habe er aber auch die Begegnung mit Kontrahenten in Debatten um einen Wandel der Kirche gesucht. "Die Weltsynode, die er einberief, wird als Jahrhundertprojekt in die Geschichte eingehen", so Stetter-Karp.

Papst Franziskus †

Jorge Mario Bergoglio wurde am 17. Dezember 1936 in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires geboren. Von 1950 bis 1954 machte er eine Ausbildung als Chemietechniker. In den Jesuitenorden trat er 1958 ein. Danach vervollständigte er seine humanistischen Studien in Chile.

Er kehrte 1963 nach Argentinien zurück und schloss sein Philosophiestudium ab. Im kommenden Jahr wurde er zum Professor für Literatur und Psychologie, erst in Santa Fe, dann in Buenos Aires. Ab 1967 studierte er Theologie, in der Zeit erhielt er auch seine Priesterweihe (1969).

Papst Franziskus † (KNA)
Papst Franziskus † / ( KNA )
Quelle:
KNA