Menschenrechtler haben in einem offenen Brief an Papst Leo XIV. appelliert, sich für die Aufklärung des Schicksals der beiden vor 13 Jahren in Syrien entführten christlichen Bischöfe einzusetzen.
"Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid der christlichen Gemeinschaften ermutigt das Regime in Damaskus und die radikal-sunnitischen Islamisten, immer neue Angriffe auf die Minderheiten im Land zu starten", heißt es in dem Schreiben, das die Gesellschaft für bedrohte Völker am Montag in Göttingen bekannt machte.
Die Erzbischöfe Mor Gregorius Yohanna Ibrahim von der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochia und Boulos Yazigi von der griechisch-orthodoxen Kirche wurden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation am 22. April 2013 in der syrischen Provinz Idlib von bewaffneten Milizen entführt. Ihr Fahrer sei an Ort und Stelle erschossen worden.
Zum Zeitpunkt der Entführung seien in der Provinz islamistische Milizen aktiv gewesen, die vom jetzigen syrischen Machthaber Ahmed al-Scharaa angeführt worden seien.
Zahl der Christen in Syrien dramatisch gesunken
"Das Schicksal der beiden Bischöfe darf nicht in Vergessenheit geraten", sagte der Nahost-Referent der Gesellschaft für bedrohte Völker, Kamal Sido. "Es symbolisiert die systematische Unterdrückung von Christen in Syrien." Seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011 sei die Zahl der Christen in Syrien dramatisch gesunken.
Vor dem Krieg hätten etwa 1,5 bis 2 Millionen Christen in dem Land gelebt. Aktuelle Schätzungen für das Jahr 2026 gingen davon aus, dass nur noch etwa 300.000 Christen in Syrien übrig geblieben seien.