Ukraine ehrt Papst Leo XIV. mit Sonderbriefmarke

"Kinder haben ein Recht auf Frieden"

Zwischen Wolodymyr Selenskyj und Papst Franziskus gab es mitunter deutliche Differenzen. Mit Papst Leo XIV. hat sich das geändert. Er wird in der Ukraine geschätzt. So sehr sogar, dass sein Konterfei nun eine Briefmarke ziert.

Papst Leo XIV. hält eine Kinderzeichnung bei seinem Besuch eines Sommerlagers mit Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine am 3. Juli 2025 im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. hält eine Kinderzeichnung bei seinem Besuch eines Sommerlagers mit Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine am 3. Juli 2025 im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Aus Dankbarkeit für das Engagement von Papst Leo XVI. für junge Opfer des russischen Angriffskriegs hat die ukrainische Post eine Sonderbriefmarke herausgebracht. Sie zeigt das katholische Kirchenoberhaupt, wie es im Juli 2025 in Rom ein ukrainisches Kleinkind segnet, das Bänder in den ukrainischen Nationalfarben in der Hand hält. Auf Italienisch und Ukrainisch wird Leo XVI. auf der Briefmarke mit den Worten zitiert: "Der Krieg wird nicht siegen. Und Kinder haben ein Recht auf wahren, gerechten und dauerhaften Frieden."

Das Sonderpostwertzeichen stellte der Papstbotschafter in der Ukraine, Erzbischof Visvaldas Kulbokas, gemeinsam mit dem Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, und der Vizepräsidentin des ukrainischen Parlaments, Olena Kondratjuk, in Kiew vor.

Dank für Rückführung entführter Kinder

Mit der Briefmarke wolle sich die Ukraine bei Leo XIV. für die aktive Beteiligung des Vatikans bei der Rückführung entführter ukrainischer Kinder bedanken, erklärte Kondratjuk. "Für uns ist jedes ukrainische Kind, das faktisch in russischer Gefangenschaft ist, wichtig", fügte sie hinzu. Nur wenige Weltführer sprächen sich so klar wie Leo XIV. für einen wirklich gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine und die Rückführung aller entführten ukrainischen Kinder sowie aller Gefangenen aus.

Swjatoslaw Schewtschuk (l.), Großerzbischof von Kiew (Ukraine) und Oberhaupt der Ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, begrüßt Papst Leo XIV. beim Treffen von Vertretern der katholischen Ostkirchen / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Swjatoslaw Schewtschuk (l.), Großerzbischof von Kiew (Ukraine) und Oberhaupt der Ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, begrüßt Papst Leo XIV. beim Treffen von Vertretern der katholischen Ostkirchen / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Laut ukrainischen Angaben verschleppte Russland 20.570 Kinder und Jugendliche aus den von seiner Armee besetzten ukrainischen Gebieten nach Russland. Moskau weist die Vorwürfe einer systematischen Verschleppung entschieden zurück und stellt die Ereignisse stattdessen als humanitäre Hilfsaktion dar.

"Sie werden gewaltsam ihrer Identität beraubt, haben keinen Zugang zur ukrainischen Sprache, zu Bildung und zur Kirche und werden militarisiert", so Kondratjuk über die Betroffenen. Nur 2.083 Minderjährige seien bisher zurückgebracht worden. Großerzbischof Schewtschuk drückte bei der Vorstellung der Briefmarke die Hoffnung aus, dass der Aufruf zum Schutz ukrainischer Kinder weltweit Gehör finde.

Bessere Beziehungen zwischen Vatikan und Ukraine

Die Sonderbriefmarke für den Papst steht in der mehrheitlich orthodox geprägten Ukraine auch für eine Verbesserung der Beziehungen zum Heiligen Stuhl unter dem neuen Pontifex. 

Das Verhältnis zwischen Präsident Wolodymyr Selenskyj und Papst Franziskus galt zeitweise als schwierig. Zudem wurde Franziskus in dem von Russland angegriffenen Land scharf kritisiert wegen seiner Äußerung, die Ukraine solle "Mut zur weißen Fahne" haben.

In der Ukraine bekennen sich laut einer aktuellen Umfrage sechs Prozent der Erwachsenen zu der mit Rom verbundenen griechisch-katholischen Kirche. Ein Prozent ist demnach römisch-katholisch. 63 Prozent bezeichnen sich als orthodoxe Christen.

Christliche Kirchen in der Ukraine

Die kirchlichen Verhältnisse in der Ukraine sind komplex. Rund 70 Prozent der 45 Millionen Ukrainer bekennen sich zum orthodoxen Christentum. Sie gehören allerdings zwei verschiedenen Kirchen an: der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche (UOK) des Moskauer Patriarchats und der autokephalen (eigenständigen) Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU). Zudem gibt es eine römisch-katholische Minderheit mit rund einer Million Mitgliedern sowie die mit Rom verbundene (unierte) griechisch-katholische Kirche der Ukraine.

Das Heilige Feuer aus Jerusalem am 18. April 2020 im Kiewer Höhlenkloster Petscherska Lawra, Hauptsitz der ukrainisch-orthodoxen Kirche Moskauer Patriarchats. / © Sergey Korovayny (KNA)
Das Heilige Feuer aus Jerusalem am 18. April 2020 im Kiewer Höhlenkloster Petscherska Lawra, Hauptsitz der ukrainisch-orthodoxen Kirche Moskauer Patriarchats. / © Sergey Korovayny ( KNA )
Quelle:
KNA