Brunnenbauer aus Berlin unterstützt Mannschaft beim Vatikan-Cup

Coppa Vaticana, wir kommen!

Der Brunnenbauer Erik Schneiderat-Engelmann fördert die ökumenische KSV-Johannisthal-Mannschaft, die im Sommer zum Vatikan-Cup reist. Hier erklärt er, warum für ihn Weltoffenheit und der Austausch zwischen Menschen so bedeutend sind.

Eine Mitgliedschaft im Sportverein ist nicht bei allen Familien drin / © Uwe Anspach (dpa)
Eine Mitgliedschaft im Sportverein ist nicht bei allen Familien drin / © Uwe Anspach ( dpa )

DOMRADIO.DE: Was hat Sie dazu bewegt, sich für den Vatican-Cup zu engagieren und Förderer zu werden?

 Schneiderat-Engelmann / © Erik Schneiderat-Engelmann
Schneiderat-Engelmann / © Erik Schneiderat-Engelmann

Erik Schneiderat-Engelmann (Geschäftsführung Engelmann Brunnenbau GmbH): Ich unterstütze mehrere Vereine, unter anderem im Fußball- und Kanubereich, das begleitet mich eigentlich schon mein ganzes Leben. Dabei ist mir immer wieder bewusst geworden, dass es Menschen gibt, die finanziell bessergestellt sind oder einfach mehr Glück im Leben hatten. Mir ist es jedoch wichtig, allen die gleichen Chancen zu ermöglichen: die Teilnahme an Programmen, die persönliche Weiterentwicklung sowie die Möglichkeit, andere Länder, Menschen und Kulturen kennenzulernen. Ich finde, jeder sollte unabhängig von seiner Herkunft oder seinen finanziellen Voraussetzungen auf Augenhöhe teilhaben können. Da gibt es immer wieder Projekte, die interessant sind. 

In diesem Zusammenhang sind auch ein oder zwei Personen auf mich zugekommen, darunter Elmar Werner, ein ehemaliger evangelischer Jugendpfarrer aus Berlin und Gründungsmitglied des KSV Johannisthal. Sie haben mir von einem fesselnden Projekt erzählt und von einer Mannschaft, die finanziell nicht in der Lage ist, alle Kosten selbst zu tragen. Für mich hat sich daraus die Möglichkeit ergeben, durch Sponsoring Menschen zu unterstützen und ihnen solche Erfahrungen zugänglich zu machen.

DOMRADIO.DE: Fahren Sie selbst mit oder unterstützen Sie das Projekt im Hintergrund?

Schneiderat-Engelmann: Ich halte mich normalerweise eher im Hintergrund. Aber da ich dieses Projekt sehr interessant finde und wirklich begeistert davon bin, möchte ich in diesem Fall auch persönlich dabei sein. 

Ich werde also mitfahren, und meine Tochter kommt ebenfalls mit. Sie ist elf Jahre alt und freut sich schon sehr darauf. Mir ist es wichtig, ihr die Welt zu zeigen und Offenheit gegenüber anderen Menschen und Kulturen zu vermitteln. Diese Weltoffenheit halte ich für etwas ganz Entscheidendes, in jeder Hinsicht.

DOMRADIO.DE: Wie hängt Fußball mit Glauben zusammen?

Schneiderat-Engelmann: Unabhängig von der Religion ist es wichtig, offen zu bleiben und im gegenseitigen Gespräch zu bleiben. Mich interessieren die Einstellungen anderer Menschen, egal welcher Glaubensrichtung sie angehören. Aus diesen Gesprächen kann man viel lernen und diese Perspektiven auch weitergeben. Es geht darum, anderen zu zeigen: Schau mal über deinen eigenen Tellerrand hinaus.

Erik Schneiderat-Engelmann

" Es reicht schon, wenn man den Standpunkt des anderen versteht."

DOMRADIO.DE: Bei dem Turnier reisen jüdische, christliche und muslimische Spieler zusammen. Warum ist es wichtig, in Zeiten von Konflikten zu zeigen, dass Religionen gemeinsam unterwegs sein können?

Schneiderat-Engelmann: Es ist wichtig, dass wir miteinander ins Gespräch kommen. Wenn wir abends zusammensitzen und uns austauschen, dann geht es nicht darum, unbedingt einer Meinung zu sein. Es reicht schon, wenn man den Standpunkt des anderen versteht. Wenn ich aus den Gesprächen ein oder zwei Gedanken mitnehme, die mich weiterbringen, dann ist das unglaublich viel wert. Es geht also um den Austausch. Dadurch neue Perspektiven kennenzulernen und vielleicht auch selbst Denkanstöße zu bekommen.

Dabei muss nicht immer eine Lösung entstehen. Oft reicht es schon, wenn man sagen kann: "Ich verstehe dich" oder "Ich sehe das ähnlich". Genau dieser respektvolle Austausch ist für mich das Wichtigste. Und ich bin überzeugt: Wenn man wirklich weltoffen sein möchte, dann bringen einen genau solche Erfahrungen im Leben weiter.

DOMRADIO.DE: Wenn man auf aktuelle Konflikte im Nahen Osten blickt: Inwiefern kann ein solches Turnier Hoffnung geben?

Nach einem israelischen Luftangriff in Dahija, einem Vorort von Beirut, steigt Rauch auf / © Bilal Hussein/AP (dpa)
Nach einem israelischen Luftangriff in Dahija, einem Vorort von Beirut, steigt Rauch auf / © Bilal Hussein/AP ( dpa )

Schneiderat-Engelmann: Ja, genau darin liegt für mich die Stärke: Viele Menschen mit unterschiedlichen Glaubensrichtungen kommen zusammen und haben die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. 

Wenn Menschen aus verschiedenen Ländern, Kulturen und Religionen zusammenkommen, dann bilden sie trotzdem eine Mannschaft. Und genau dieses Gefühl von Zusammenhalt ist unglaublich wichtig. Diese sportliche Verbindung ist essenziell.

DOMRADIO.DE: Was erwarten Sie sich nachhaltig von dem Turnier?

Schneiderat-Engelmann: Genau diese Diskussionsrunden. Man sitzt zusammen und spricht offen über die Probleme – deine, meine, unsere. Gibt es Gemeinsamkeiten? Wo können wir etwas verändern? Die großen politischen Strukturen werden wir nicht ändern können, aber wir können anderen zeigen, wie es geht, und es selbst vorleben. In einer Mannschaft, in einem Team mit Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen. 

Der Austausch und das Gespräch über das, was wir tagsüber erlebt haben, sind das Entscheidende. Es geht darum, gemeinsam Zeit zu verbringen, die Erlebnisse zu reflektieren und die Erfahrungen weiterzutragen. Es geht, dass alle zusammen am Heimtisch sitzen.

Das Interview führte Carolina Graef Alarcón.

Die vatikanische Fußball-Nationalmannschaft der Damen

Offiziell hat der Vatikan seit dem Jahr 2018 eine Frauen-Fußballnationalmannschaft. Nach einem, aufgrund einer politischer Protestaktion abgebrochenen, ersten Auslandsspiel gegen den FC Mariahilf in Österreich steht 2023 das erste Länderspiel für das Team gegen den ökumenischen Fußballverein KSV Johannisthal aus Deutschland an.

Spiel der vatikanischen Frauen-Fußballmannschaft (in gelb) gegen die Frauen-Fußballmannschaft des AS Rom / © Stefano Dal Pozzolo/Romano Siciliani (KNA)
Spiel der vatikanischen Frauen-Fußballmannschaft (in gelb) gegen die Frauen-Fußballmannschaft des AS Rom / © Stefano Dal Pozzolo/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
DR

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