DOMRADIO.DE: Wir blicken schon einmal mit Ihnen in den Sommer. Da reisen Sie mit dem ökumenischen Fußballverein KSV Johannisthal aus dem Südosten Berlins nach Rom. Fahren Sie dieses Mal als Spieler oder Trainer mit?
Sven Beuckert (Torwarttrainer des MSV Duisburg): Dieses Jahr werde ich als Trainer mitfahren. Das ist dann mein zweites Mal. Ich war schon einmal vor zwei Jahren als Spieler mit dabei. Da habe ich so viele Tore reinbekommen wie noch nie. Deswegen werde ich mich dieses Jahr nicht mehr ins Tor stellen, sondern werde von der Seitenlinie betreuen und unterstützen.
DOMRADIO.DE: Warum sind Ihrer Meinung nach solche Events auch über den Sport hinaus wichtig?
Beuckert: Man hat schon gemerkt, dass es medial einen großen Rummel darum gab. Es hatte mit Sport weniger zu tun, da der KSV Johannisthal eine Mannschaft ist, die freizeitmäßig Fußball spielt.
Wir spielen trotzdem gegen die Nationalmannschaft des Vatikans. Das ist ein Riesenevent. Im Vatikan gibt es schon viel Medieninteresse und ein paar Fans waren auch mit dabei. Es ist einfach ein schönes Event, dort zu spielen. Ich selbst habe noch nie ein Spiel gegen die Nationalmannschaft gespielt. Mit dem KSV Johannisthal hat es aber geklappt, vor dem Petersdom zu spielen. Das ist schon etwas Besonderes.
DOMRADIO.DE: Dieses Jahr spielen Mannschaften aus verschiedenen Religionen mit: jüdische, muslimische und christliche Menschen. Warum ist das als Zeichen nach außen wichtig?
Beuckert: Wir sind alle Menschen, egal welche Religion wir haben. Ich selbst habe keine Religion, ich bin nicht kirchlich. Deswegen sind wir alle zusammen und feiern einfach, spielen schön und versuchen, ein schönes Event daraus zu machen.
DOMRADIO.DE: Es spielen auch Frauenmannschaften mit. Gerade der Frauenfußball ist medial oft noch weniger stark vertreten.
Beuckert: Ja, ich habe selbst von 2010 bis 2011 im Frauenfußball gearbeitet. Der Frauenfußball hat sich unheimlich entwickelt, deswegen ist er so interessant. Die Frauen im Vatikan haben eine Mannschaft. Daher ist es schön, wenn auch Frauen aus Deutschland nach Italien kommen und gegen die vatikanische Nationalmannschaft spielen.
DOMRADIO.DE: Worauf freuen Sie sich dieses Jahr am meisten?
Beuckert: Erstmal freue ich mich auf das Event, also auf das Spiel, sowie auf Italien. Ich war schon einmal in Italien, jetzt wird es mein zweites Mal sein. Ich habe alles schon einmal gesehen. Wir haben letztes Mal den Papst an seinem Fenster gesehen, waren im Petersdom und haben die Schweizergarde besucht.
Ein paar von denen spielen selbst mit und deren Fußballer habe ich ein paar Tage davor bereits gesehen. Wir werden dort schöne vier Tage erleben und das sollte das Wichtigste sein.
Das Interview führte Carolina Graef Alarcón.