Stift Heiligenkreuz nennt Auflagen des Vatikans

Visitation beendet

Nach der Visitation in Heiligenkreuz fordert der Vatikan Reformen bei Kommunikation, Ausrichtung und Prioritäten. Die Abtei verweist auf interne Probleme. Erhobene Vorwürfe werden in der Mitteilung nicht thematisiert.

Heiligenkreuz / © Botond Horvath (shutterstock)

Die Visitation im österreichischen Stift Heiligenkreuz ist abgeschlossen. Wie die Abtei am Mittwoch mitteilte, fanden in den vergangenen Monaten "eingehende Gespräche mit 90 Mönchen und zahlreichen externen Personen" statt. Im Sommer 2025 hatte der Vatikan die Generalsekretärin der Österreichischen Ordenskonferenz, Christine Rod, sowie den Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, mit einer Untersuchung in der Zisterzienserabtei beauftragt. 

Abtprimas Jeremias Schröder, Erzabtei St. Ottilien  (Erzabtei St. Ottilien)

Für die Mönche im Wienerwald ergibt sich laut Mitteilung aus der Visitation nun der Auftrag, "an einer Vertiefung des Glaubenslebens und der Zukunftsfähigkeit der Gemeinschaft" zu arbeiten. Hintergrund seien strukturelle Probleme: Durch das "rasche Wachstum" seien "große innere strukturelle Herausforderungen entstanden".

Auflagen aus Rom

Aus der Mitteilung der Abtei geht hervor, dass der Vatikan mehrere grundlegende Verbesserungen einfordert. So soll die interne und externe Kommunikation des Konvents verbessert werden. Zudem verlangt der Vatikan eine klarere strategische Ausrichtung mit eindeutigen Prioritäten. Auch die theologische und spirituelle Linie der Gemeinschaft soll überprüft werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der "Vertiefung und Heranführung" junger Menschen an das Ordensleben. Zudem soll das Stift "Identität und Selbstbild" schärfen.

Ordensoberer Rod erklärte laut Mitteilung des Stifts: "Ich habe in den Monaten der Visitation Heiligenkreuz als spirituellen Ort kennengelernt und eine große Kooperationsbereitschaft erleben können." Die Anweisungen des Dikasteriums stellten nun einen Handlungsrahmen für die Zukunft des Stiftes dar.

Vorwürfe und Ermittlungen

Zisterzienser-Mönche des Stiftes Heiligenkreuz / © Katharina Ebel (KNA)
Zisterzienser-Mönche des Stiftes Heiligenkreuz / © Katharina Ebel ( KNA )

Das Stift Heiligenkreuz bei Wien kam im Sommer 2025 in die Schlagzeilen. Das zuständige Dikasterium in Rom teilte in einem Schreiben damals mit, es habe Hinweise erhalten, die die Leitung und Verwaltung des Stifts betreffen. Ziel der Visitation sei es, diesen Hinweisen nachzugehen.

Auch die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt ermittelte im Zusammenhang mit dem Kloster. Gesucht wird der Verfasser anonymer Schreiben, die an mehrere Institutionen in Österreich versandt wurden. Darin werden laut Landeskriminalamt Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs und der Verletzung des Beichtgeheimnisses im Umfeld des Stifts erhoben. Das Kloster selbst hatte die Briefe zur Anzeige gebracht.

Quelle:
KNA