DOMRADIO.DE: Ab Ende nächster Woche wird in Trier groß gefeiert auf den Heilig-Rock-Tagen. Aber wer beim Heiligen Rock an Bands wie die Stones oder Queen denkt, wird enttäuscht. Was hat es denn damit auf sich?
Matthias Struth (Domkapitular in Trier): Wir feiern in Trier eine besondere Reliquie, das Gewand Jesu Christi, das der Legende nach von der Kaiserin Helena, der Mutter Konstatins des Großen, nach Trier gebracht worden ist. Diese Reliquie bewahren wir in Trier auf. Es gab 1996 eine große Heilig-Rock-Wallfahrt. Danach hat man sich entschieden, jedes Jahr um den Gedenktag des Heiligen Rockes zehn Tage lang die Heilig-Rock-Tage zu feiern.
DOMRADIO.DE: Dieses Jahr finden die Heilig-Rock-Tage vom 17. bis 26. April statt. Dabei gibt es geistliche Angebote, Gottesdienste, aber auch viel Kultur und Musik. Was sind denn die Highlights?
Struth: Es lohnt sich auf jeden Fall für Jung und Alt, nach Trier zu kommen. Alle sind herzlich eingeladen. Es gibt ein abwechslungsreiches Programm. Es kommen fast 6.000 Kinder aus unseren Kindergärten zu den Kindergarten-Tagen, es kommen Priester, es kommen Ehe-Jubilare. Die Blaulicht-Familie feiert einen Gottesdienst. Wir haben Segnungs-Gottesdienste, wir haben aber auch Kulturangebote.
Ein Highlight ist mit Sicherheit am Montag, den 20. April, das Abendlob mit Samuel Koch, dem Autor und Schauspieler. Er spricht unter anderem über sein Schicksal, bekannt aus der "Wetten, dass …?"-Sendung, bei der er verunglückt war. Auch das Abendlob jeden Abend ist ein Highlight, Musik und Texte werden dort vorgetragen, passend zum Motto.
DOMRADIO.DE: "Unbegreiflich: Ich hoffe", das ist in diesem Jahr das Motto der Heilig-Rock-Tage. Warum haben Sie diesen Titel gewählt?
Struth: Wir hatten letztes Jahr in Anlehnung an das 1.700-jährige Jubiläum des Konzils von Nicäa das Thema "Unglaublich: Ich glaube". Nach dem bekannten Dreisatz "Glaube, Hoffnung, Liebe" wollen wir jetzt die Hoffnung aufgreifen und haben uns für das Motto "Unbegreiflich: Ich hoffe" entschieden. Ich glaube, das ist ein Thema, das sehr, sehr gut in unsere Tage hineinpasst.
Wir wissen alle, dass es enorme Herausforderungen in dieser Welt gibt. Diese Herausforderungen finden mittlerweile nicht nur entfernt von uns statt, sondern haben auch Auswirkungen auf unser Leben. Viele Menschen überfordert das auch. Sie fragen sich: Was kann uns überhaupt noch Hoffnung schenken in dieser Welt, in meinem Leben? Da wollen wir den Menschen in diesen Tagen durch das vielfältige Programm wirklich auch Antworten geben, geistlich, aber auch kulturell und in Gemeinschaft.
Das Interview führte Carsten Döpp.