Missio-Chef Huber fordert Ende der Gewalt im Libanon

Straße nach Beirut nicht sicher

Partner des kirchlichen Hilfswerks missio sprechen von einer höchst angespannten Versorgungslage im Osten des Libanons. Immer mehr Binnenflüchtlinge sind zu versorgen. Die christliche Minderheit drohe ausgelöscht zu werden.

Libanon, Beirut: Pendler passieren den Ort eines israelischen Drohnenangriffs an der Strandpromenade im Zentrum der Stadt / © Marwan Naamani (dpa)
Libanon, Beirut: Pendler passieren den Ort eines israelischen Drohnenangriffs an der Strandpromenade im Zentrum der Stadt / © Marwan Naamani ( dpa )

Angesichts der dramatischen Lage der Menschen im Libanon fordert das katholische Hilfswerk missio München ein sofortiges Ende der Gewalt. Drei Wochen nach Beginn des Kriegs im Nahen Osten sei das Leid der Menschen unendlich. Mehr als eine Million Frauen, Männer und Kinder seien vertrieben worden, erklärte missio-Präsident Wolfgang Huber am Mittwoch. "Krankenhäuser werden bewusst bombardiert, humanitäre Helfer, darunter auch Priester, verlieren ihr Leben."

missio-Präsident Wolfgang Huber / © Dieter Mayr (KNA)
missio-Präsident Wolfgang Huber / © Dieter Mayr ( KNA )

"Dieser Krieg muss endlich aufhören. Mit Bomben und Raketen schafft man weder Frieden noch Freiheit", so Huber. Die Menschen im Libanon wollten endlich in Frieden leben. Besonders besorge ihn die Lage in den Dörfern im Südlibanon, wo auch die letzten christlichen Gemeinden ausharrten. Diese seien schutzlos den vorrückenden israelischen Bodentruppen ausgeliefert. Es stehe zu befürchten, dass die christliche Minderheit dort für immer ausgelöscht werden könnte.

Straße nach Beirut nicht sicher

Unterdessen berichtet der maronitische Bischof und langjährige missio-Partner Hanna Rahme von einer höchst angespannten Versorgungslage in der Bekaa-Ebene im Osten des Landes. Er sagte laut missio, man lebe in ständiger Angst vor Luftangriffen. Gleichzeitig kämen täglich mehr Geflüchtete an; viele nur mit dem, was sie am Leib tragen. Sie versuchten weiter, Lebensmittel, Matratzen, Diesel und Medikamente zu beschaffen; aber das werde jeden Tag schwieriger.

Die Straße nach Beirut sei nicht sicher, und nach Norden hin sei diese wegen Schneefalls gesperrt, so der Bischof: "Wir versuchen alles, um in diesem Leid unsere Würde zu wahren." - Missio München hat nach eigenen Angaben zuletzt eine kurzfristige Nothilfe von gut 100.000 Euro für die Partner bereitgestellt.

Libanon

Der Libanon ist geprägt durch das Nebeneinander zahlreicher Religionen. Mit etwa 30 Prozent hat die parlamentarische Demokratie den größten Anteil Christen in der Arabischen Welt. Die Muslime - Sunniten und Schiiten - machen inzwischen wohl mehr als 60 Prozent aus. Offiziell anerkannt sind 18 Religionsgemeinschaften, darunter die Minderheiten der Drusen und Alaviten.

Symbolbild: Flagge des Libanon / © Yulia Grigoryeva (shutterstock)
Symbolbild: Flagge des Libanon / © Yulia Grigoryeva ( shutterstock )
Quelle:
KNA