Angesichts der dramatischen Lage der Menschen im Libanon fordert das katholische Hilfswerk missio München ein sofortiges Ende der Gewalt. Drei Wochen nach Beginn des Kriegs im Nahen Osten sei das Leid der Menschen unendlich. Mehr als eine Million Frauen, Männer und Kinder seien vertrieben worden, erklärte missio-Präsident Wolfgang Huber am Mittwoch. "Krankenhäuser werden bewusst bombardiert, humanitäre Helfer, darunter auch Priester, verlieren ihr Leben."
"Dieser Krieg muss endlich aufhören. Mit Bomben und Raketen schafft man weder Frieden noch Freiheit", so Huber. Die Menschen im Libanon wollten endlich in Frieden leben. Besonders besorge ihn die Lage in den Dörfern im Südlibanon, wo auch die letzten christlichen Gemeinden ausharrten. Diese seien schutzlos den vorrückenden israelischen Bodentruppen ausgeliefert. Es stehe zu befürchten, dass die christliche Minderheit dort für immer ausgelöscht werden könnte.
Straße nach Beirut nicht sicher
Unterdessen berichtet der maronitische Bischof und langjährige missio-Partner Hanna Rahme von einer höchst angespannten Versorgungslage in der Bekaa-Ebene im Osten des Landes. Er sagte laut missio, man lebe in ständiger Angst vor Luftangriffen. Gleichzeitig kämen täglich mehr Geflüchtete an; viele nur mit dem, was sie am Leib tragen. Sie versuchten weiter, Lebensmittel, Matratzen, Diesel und Medikamente zu beschaffen; aber das werde jeden Tag schwieriger.
Die Straße nach Beirut sei nicht sicher, und nach Norden hin sei diese wegen Schneefalls gesperrt, so der Bischof: "Wir versuchen alles, um in diesem Leid unsere Würde zu wahren." - Missio München hat nach eigenen Angaben zuletzt eine kurzfristige Nothilfe von gut 100.000 Euro für die Partner bereitgestellt.