Der Erzbischof und die Gläubigen beten die 14 Stationen im Kölner Dom und gehen dabei die einzelnen Kreuzwegstationen in der Kathedrale ab. Der Domchor singt dabei Werke u. a. von Pablo Casals und Tomás Luis de Victoria. Seit Gründonnerstag schweigt die Orgel, deswegen singen ausschließlich die Gläubigen und der Chor ohne instrumentale Begleitung.
Traditionell wird am Karfreitag immer am Vormittag der Kreuzweg gebetet. Generell wird öfters in den Gemeinden eine Kreuzwegandacht begangen, meist in der Fastenzeit und am Karfreitag, bei der Gläubige betend den Leidensweg Jesu Christi in 14 Stationen nachvollziehen.
Sie dient der Betrachtung des Leidens Jesu, der persönlichen Glaubensvertiefung und der Verbindung von dessen Schmerzen mit eigenem Leid.
Karfreitag als besonderer Tag
Der Karfreitag steht ganz im Zeichen des Kreuzes. Der Kreuzestod ist die schmählichste Todesart zur damaligen Zeit. Die Hinrichtung des Verurteilten war scheinbar noch nicht grausam genug; denn der Gekreuzigte wurde zugleich auch geächtet. Das muss die Jünger Jesu maßlos enttäuscht und in tiefe Traurigkeit gestürzt haben, weil sie doch auf diesen Jesus all ihre Hoffnung gesetzt hatten. Die Trauer um den gekreuzigten Herrn (althochdeutsch: kara = Trauer, Klage) hat dem Karfreitag wie auch dem Karsamstag und der ganzen Karwoche den Namen gegeben.