Die Karfreitagsliturgie ist ein besonderer Gottesdienst, keine Eucharistiefeier, der um 15 Uhr an die Todestunde Jesu erinnert. Die Orgel und Glocken schweigen.
Die Sängerinnen gestalten die Liturgie u. a. mit der Johannespassion von Oliver Sperling und weiteren Kompositionen von Tomás Luis de Victoria und Knut Nystedt.
Besondere Verehrung des Kreuzs
Die Karfreitagsliturgie beginnt in allen Gemeinden in aller Stille. Vor dem Altar auf dem Boden ausgestreckt, verharrt der Bischof bzw. Priester zunächst in schweigendem Gebet. Die drei Abschnitte des Gottesdienstes bestehen aus dem Wortgottesdienst mit der Lesung des vierten Liedes vom Gottesknecht (Jes 52, 13 – 53, 12) und der Passion nach Johannes (Joh 18, 1 – 19, 42) sowie den Großen Fürbitten in den Anliegen von Kirche und Welt, der Verehrung des Kreuzes durch alle am Gottesdienst Teilnehmenden und der Kommunionfeier als Verbindung der Gläubigen mit Jesus Christus im Sakrament seiner Liebe. Auf eine Eucharistiefeier wird am Karfreitag seit alter Zeit verzichtet.
Der Karfreitag zeigt einerseits die Erniedrigung des Menschen Jesus und sein äußerliches Scheitern am Kreuz. Gleichzeitig wird dieses schmähliche Leiden und Sterben Jesu mithilfe biblischer Aussagen theologisch gedeutet als Heil, als Erlösung für die Menschen.