Patriarch Bartholomaios tritt Papst Benedikts akademisches Erbe an

Verbindung zwischen Rom und Konstantinopel

Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. wird in Paris geehrt. Als Nachfolger von Benedikt XVI. zieht er in eine renommierte Wissenschafts-Akademie ein. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte das Ernennungsdekret unterzeichnet.

Bartholomaios I., griechisch-orthodoxer Patriarch von Konstantinopel und Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie / © episkopat.pl (KNA)
Bartholomaios I., griechisch-orthodoxer Patriarch von Konstantinopel und Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie / © episkopat.pl ( KNA )

Am Montag ist im Institut de France in Paris der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. (86) feierlich als ausländisches assoziiertes Mitglied in die Französische Akademie der Moral- und Politikwissenschaften aufgenommen worden. 

Er nimmt den Platz ein, den zuvor Kardinal Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI. innehatte. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte das entsprechende Ernennungsdekret bereits vor einem Jahr unterzeichnet.

Wie Bartholomaios in seiner Festansprache sagte, sei es für ihn eine große persönliche Auszeichnung und Verpflichtung zugleich, auf diesem Stuhl der Akademie auf Papst Benedikt XVI. zu folgen. Mit Blick auf den Papst sprach der Patriarch von einem Ort lebendiger Erinnerung und zugleich einem Zeichen der Hoffnung: "Erinnerung an ein Leben, das der Suche nach Wahrheit und Vernunft gewidmet war. Hoffnung, dass der Weg der lebendigen Begegnung, den wir mit ihm teilen durften, über Zeit und Raum hinaus weitergehen wird." 

Verbindung zwischen Rom und Konstantinopel

Bartholomaios hob die spirituelle Verbindung zwischen Rom und Konstantinopel, zwischen dem alten und dem neuen Rom, hervor. So werde dieser Ort zu einem Ort des Dialogs, an dem das gemeinsame Erbe nicht in der Vergangenheit erstarrt, sondern in der Verantwortung für Gegenwart und Zukunft erneuert wird.

Papst Leo XIV. und Bartholomaios I. bei ökumenischem Treffen / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. und Bartholomaios I. bei ökumenischem Treffen / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Bartholomaios würdigte ausführlich Leben und Werk Joseph Ratzingers/Benedikt XVI. als Theologe und Kirchenoberhaupt. Dieser habe die seltene Gabe besessen, "Intelligenz und Spiritualität, Treue und Offenheit, Klarheit und Demut zu vereinen". So sei sein Leben zum Zeugnis der Einheit von Theologie und Gebet und von Wahrheit und Liebe geworden. Sein Werk werde weiterhin Früchte tragen, "auch wenn wir seine Stimme und seine Gegenwart vermissen". Im Anschluss an den Festakt wurde der Patriarch von Präsident Macron und Premierminister Sébastien Lecornu empfangen.

Bartholomaios ist griechisch-orthodoxer Patriarch von Konstantinopel und Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie.

Dimitrios Archondonis Bartholomaios I.

Bartholomaios I. ist der griechisch-orthodoxe Patriarch von Konstantinopel. Als Nachfolger des Apostels Andreas trägt er seit 1991 den Titel "Ökumenischer Patriarch", der ihn zum Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie mit rund 300 Millionen Mitgliedern macht. Allerdings verfügt er mit dem Ehrenamt über keine Rechtsbefugnisse über die nationalen Kirchen. Von Montag bis Freitag nächster Woche kommt Bartholomaios I. nach Deutschland.

Bartholomaios I., griechisch-orthodoxer Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel (Archiv) / © Paolo Galosi/Romano Siciliani (KNA)
Bartholomaios I., griechisch-orthodoxer Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel (Archiv) / © Paolo Galosi/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA