Abgesetzter Pfarrer aus dem Bistum Passau aus Klerikerstand entlassen

Auf eigenen Wunsch

Die Aufregungen um einen abgesetzten Priester im Bistum Passau hatten vergangenes Jahr bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Nun hat Rom dem Wunsch des Mannes entsprochen und ihn aus dem geistlichen Stand entlassen.

Blick auf Passau / © lara-sh (shutterstock)

Im Streit um einen vor knapp einem Jahr aus dem Dienst genommenen katholischen Priester im Bistum Passau liegt nun eine Entscheidung aus dem Vatikan vor. 

Papst Leo XIV. hat den Geistlichen auf dessen Antrag hin mit Wirkung vom 26. Januar 2026 aus dem Klerikerstand entlassen und laisiert. Das geht aus dem aktuellen Amtsblatt des Bistums hervor. Der Mann könne daher im Auftrag der katholischen Kirche keine priesterlichen Dienste oder seelsorgerlichen Aufgaben mehr erfüllen, heißt es weiter.

Ebenfalls im Januar hatte bereits die Staatsanwaltschaft Passau ihre Vorermittlungen gegen den Mann eingestellt. Demnach ergab sich kein Anfangsverdacht für das Vorliegen einer Straftat. Der Pfarrer war zum 24. März 2025 außer Dienst genommen worden. Der Passauer Bischof Stefan Oster stellte per Dekret den Amtsverzicht des Pfarrers fest. Dem widersprach der Seelsorger allerdings öffentlich.

Stefan Oster, Bischof von Passau / © Julia Steinbrecht (KNA)
Stefan Oster, Bischof von Passau / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Im Raum stehen bis heute ungeklärte Vorwürfe gegen ihn: Alkoholmissbrauch in der Jugendarbeit, Mobbing und geistliche Manipulation. Der Priester bestreitet jedes Fehlverhalten, es gilt die Unschuldsvermutung. Zum 1. September ernannte Bischof Oster einen Franziskaner aus dem Bistum Regensburg zum Nachfolger in der Pfarrseelsorge.

Monatelang für Verbleib im Amt gekämpft

Vergangenen September erklärte der außer Dienst gestellte Pfarrer, nicht länger Geistlicher sein zu wollen. Das Bistum Passau informierte sodann über den Eingang eines entsprechenden Antrags und ergänzte, das Schreiben an die Glaubensbehörde im Vatikan weitergeleitet zu haben.

Vor seiner Erklärung, den Klerikerstand verlassen zu wollen, hatte der von seinem Bischof sanktionierte Priester monatelang für seinen Verbleib im Amt gekämpft. Tausende Anhänger setzten sich für ihn ein, es kam bis hin zu einer Demonstration vor dem Amtssitz des Passauer Bischofs. Der Streit machte dadurch bundesweit Schlagzeilen.

Bistum Passau

Die Diözese Passau wurde 739 von Bonifatius gegründet und war einst mit mehr als 42.000 Quadratkilometern das größte Bistum des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Es erstreckte sich donauabwärts bis Wien. Im Lauf der Geschichte verlor die Diözese sechs Siebtel ihres Gebiets an neu gegründete Bistümer wie Linz, Sankt Pölten und Wien. Mit der Säkularisation 1803 endete die weltliche Herrschaft der Passauer Bischöfe.

Passauer Dom / © Maria Irl (KNA)
Passauer Dom / © Maria Irl ( KNA )
Quelle:
KNA