Das katholische Hilfswerk "Kirche in Not" warnt vor einer neuen Gewalteskalation in Nigeria. Im Nordosten des afrikanischen Landes gab es jüngst eine Serie von Anschlägen, wie die Organisation am Donnerstag in München mitteilte. Sie zitierte ihren Projektpartner Joseph Bature Fidelis, einen Priester aus dem Bistum Maiduguri: "Die Terroristen gehen inzwischen wie in einem Guerillakrieg vor - sie schleichen sich unauffällig in die Orte ein und verüben dann Anschläge." Sie trügen Alltagskleidung, bewegten sich in kleinen Gruppen und nutzten selbstgebaute Sprengsätze.
Das Alltagsleben werde durch diese Entwicklung stark belastet, ergänzte Fidelis. "Die Menschen meiden zentrale Orte, gehen Umwege und trauen sich kaum noch auf die Straße. Die Angst ist allgegenwärtig."
Tausende Menschen auf der Flucht
Zugleich verschärft sich die humanitäre Lage, wie es weiter hieß. Durch die anhaltenden Angriffe seien zahlreiche Menschen aus umliegenden Dörfern geflohen. In den vergangenen Wochen seien mindestens 3.000 Binnenvertriebene nach Maiduguri gekommen, so der Priester. Viele der Vertriebenen suchten Schutz in kirchlichen Einrichtungen. "Die Menschen kommen zu uns in die Gemeinden. Wir versuchen, ihnen das Nötigste zu geben: Nahrung, Unterkünfte, einfache sanitäre Einrichtungen", berichtete Fidelis.
"Kirche in Not" erklärte unter Berufung auf Medienberichte und das Bistum Maiduguri, am 16. März seien bei Explosionen in Maiduguri mindestens 28 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 100 weitere Personen seien verletzt worden. Die Attentäter hätten unter anderem ein Krankenhaus, einen belebten Markt sowie ein Geschäftsviertel attackiert. Auch Christen befänden sich unter den Opfern.
Bereits in den Wochen zuvor hatte es laut Mitteilung Angriffe auf umliegende Dörfer gegeben. Nach Einschätzung der lokalen Kirche stecken Kämpfer der Terrorgruppe "Islamischer Staat in Westafrika" hinter den Anschlägen, wie "Kirche in Not" ergänzte.