"Kirche in Not warnt" vor dramatischen Folgen für Christen im Iran

"Sie kommen nicht zurück"

Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran könnten das Aus für viele christliche Gemeinden im Nahen Osten bedeuten. Davor warnt das katholische Hilfswerk "Kirche in Not". Die Hoffnung auf Pilger und Heimkehrer sei nun zerschlagen.

Eine Frau betet zu einer Marienfigur im Irak / © Jean-Matthieu Gautier (KNA)
Eine Frau betet zu einer Marienfigur im Irak / © Jean-Matthieu Gautier ( KNA )

Das katholische Hilfswerk "Kirche in Not" Deutschland hat nach den militärischen Angriffen der USA und Israels auf den Iran vor unabsehbaren Folgen für die christliche Minderheit der Region gewarnt. "Eine weitere Eskalation könnte das Aus für die Christen im Nahen Osten bedeuten", warnte Geschäftsführer Florian Ripka am Montag in München. Nicht nur im Iran, auch unter den Christen im Irak, Syrien, Libanon und im Heiligen Land sei die Angst hoch.

Florian Ripka, Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Deutschland / © blende 11 (KiN)
Florian Ripka, Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Deutschland / © blende 11 ( KiN )

Im Iran lebten nach wie vor einige tausend Christen, fügte Ripka hinzu: "Besonders Konvertiten waren unter dem Mullah-Regime verfolgt. Allein über die Christen im Iran zu reden, ist mitunter schon gefährlich für sie." 

Zu begrüßen sei, wenn der Ruf nach Freiheit im Iran jetzt endlich auch im Leben der Menschen ankomme. Aber der Preis eines Krieges sei hoch, "zumal er auch Zivilisten trifft und viele Christen zu den schutzlosesten Gruppen im Iran zählen".

Viele Christen kommen nicht mehr zurück

Der militante Islamismus verursache Leid und Terror, so Ripka. Aber viele Christen fragten sich: "Wird ein Krieg nicht zu noch mehr Hass und Extremismus führen?"

Florian Ripka

"Die Christen würden eine erneute Zerstörung kaum verkraften."

Im Irak, dem Nachbarland des Irans, seien christliche Dörfer gerade wieder instand gesetzt worden "Die Christen würden eine erneute Zerstörung kaum verkraften", sagte Ripka. Erneute Kriege verstärkten die Zukunftsangst: "Es sind so viele Christen ins Ausland gegangen. Die kommen nicht zurück. Aber was soll mit denen werden, die geblieben sind - es sind oft arme und ältere Menschen."

Wiederaufgebauten Kirche St. Behnam und Sarah in Karakosch, Irak (KiN)
Wiederaufgebauten Kirche St. Behnam und Sarah in Karakosch, Irak / ( KiN )
Wiederaufgebaute Kirche St. Behnam und Sarah in Karakosch, Irak

Auch im Heiligen Land ist die erneute Eskalation laut Ripka ein schwerer Rückschlag: "In Gaza ist die humanitäre Lage verheerend. Wenn jetzt Hilfslieferungen eingeschränkt werden sollten, kann die einzige verbleibende katholische Gemeinde nicht überleben - und Tausende Menschen in der Nachbarschaft nicht mehr versorgen." 

Die Christen im Westjordanland hätten jetzt, kurz vor Ostern, auf wieder mehr Pilger und Touristen gehofft: "Diese Hoffnung ist jetzt zerstört." Das bedeute für viele Christen: Keine Einkünfte, keine Existenzgrundlage.

Kirche in Not

KIRCHE IN NOT ist ein pastorales Hilfswerk, das sich rein aus Spenden finanziert. Es hilft vor allem bei der Aus- und Weiterbildung von Seminaristen, Priestern und Ordensleuten, bei Bau und Renovierung von Ausbildungsstätten und Kirchen, beim Übersetzen und Verlegen der Bibel und anderer religiöser Literatur und bei der Ausstrahlung religiöser Rundfunkprogramme.

KIRCHE IN NOT / Ostpriesterhilfe Deutschland e. V. (KiN)
KIRCHE IN NOT / Ostpriesterhilfe Deutschland e. V. / ( KiN )
Quelle:
epd