Caritas ruft zu mehr humanitärer Hilfe für Myanmar auf

Vergessenes Leid?

Ein Jahr nach der Erdbebenkatastrophe gibt es in Myanmar zu wenig Geld für humanitäre Hilfen. Auch der Bürgerkrieg wütet weiter. Die Welt schaue hauptsächlich auf den Iran-Krieg und vergesse andere Krisen, kritisiert die Caritas.

Myanmar, Naypyitaw: Menschen räumen Trümmer nach dem Erdbeben am 28. März Trümmer von beschädigten Gebäuden / © Uncredited (dpa)
Myanmar, Naypyitaw: Menschen räumen Trümmer nach dem Erdbeben am 28. März Trümmer von beschädigten Gebäuden / © Uncredited ( dpa )

Genau ein Jahr nach dem schweren Erdbeben in Myanmar ruft Caritas international zu mehr humanitärer Hilfe auf. Wegen weltweiter Mittelkürzungen für Katastrophenhilfe sei in dem südostasiatischen Staat 2025 nur ein Bruchteil der eigentlich nötigen Hilfen angekommen, kritisierte Caritas international am Montag in Freiburg.

"Die Folgen sind gravierend: Auch ein Jahr nach dem Erdbeben sind 16 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, 12 Millionen leiden unter akutem Hunger", sagte die für die Caritas-Hilfen in Myanmar verantwortliche Projektleiterin Angela Gärtner.

Welt schaut auf Iran und Nahost

Das Hilfswerk befürchtet, dass mit dem Iran-Krieg humanitäre Krisen wie in Myanmar noch weiter aus dem Blick geraten. Bei dem Beben am 28. März 2025 starben dort rund 3.700 Menschen. In besonders betroffenen Regionen wurden 80 Prozent der Häuser zerstört. Zusätzlich wütet weiterhin ein Bürgerkrieg. Geschätzte 3,6 Millionen Menschen sind auf der Flucht vor Gewalt. Caritas setzt sich in Zusammenarbeit mit örtlichen kirchlichen Gruppen für Nothilfen, Wiederaufbau und medizinische Versorgung ein.

Steckbrief Myanmar

Myanmar in Südostasien ist eines der ärmsten Länder der Welt. Es war von 1962 bis 2011 eine Militärdiktatur.

Bevölkerung: Vielvölkerstaat mit rund 55 Millionen Einwohnern

Land: zweitgrößtes Land in Südostasien (hinter Indonesien), fast doppelt so groß wie Deutschland, zwischen Indien und China

Wirtschaft: Agarland mit Naturressourcen wie Öl, Gas, Mineralien, Edelsteinen, Wäldern

Armut: Laut Asiatischer Entwicklungsbank leben 25,6 Prozent unter der Armutsgrenze. Die Universität von Rangun glaubt: 80 Prozent.

Flagge von Myanmar / © Creative Photo Corner (shutterstock)
Flagge von Myanmar / © Creative Photo Corner ( shutterstock )
Quelle:
KNA