Die Pilgerstellen in Jerusalem stellen sich auf ein karges Osterfest ein. Wegen des Iran-Krieges rechnen die Heiligen Stätten und Gasthäuser kaum mit Besuchern zu den Feiertagen.
Die Pilgerzentrale der Franziskaner am Jaffa-Tor in der Jerusalemer Altstadt habe in den ersten zwei Monaten des Jahres rund 1.700 Anfragen für Pilgergottesdienste erhalten; inzwischen seien alle storniert worden, sagte der für das Pilgerwesen zuständige Franziskaner-Kustos Francesco Ielpo der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Aufgrund der nach wie vor angespannten Sicherheitslage sei mit einer Rückkehr von Pilgergruppen und der Organisation von Besucherflügen nicht zu rechnen.
Auch in dem ebenfalls von den Franziskanern betriebenen Gasthaus "Casa Nova" nahe dem Neutor seien alle der über 90 Anmeldungen für die Ostertage abgesagt worden.
Die Dormitio-Abtei der deutschen Benediktiner auf dem Zionsberg beherbergt nach eigenen Angaben nur noch einige verbliebene lokale Gäste, ebenso wie das Österreichische Hospiz an der Via Dolorosa oder das Haus "Maria Bambina" im Christenviertel.
Eine Einschätzung der israelischen Tourismusbehörden zu Besuchen an Ostern oder Pessach war derzeit nicht zu bekommen. Angesichts der aktuellen Lage könne man sich dazu erst in ein oder zwei Wochen äußern.
Ostern sonst Massen-Event
Das Osterfest ist traditionell einer der Höhepunkte der christlichen Pilgerzeit in Jerusalem. Die Palmsonntagsprozession vom Ölberg in die Altstadt, die Karfreitagsprozessionen über die Via Dolorosa zur Grabeskirche sowie die Feierlichkeiten an den Ostertagen sind für gewöhnlich christliche Massen-Events.
Seit mehreren Jahren befindet sich der Pilgertourismus in der Region in der Krise. Nach den Einschränkungen in der Corona-Pandemie erschwerten der Terroranschlag der Hamas vom 7. Oktober 2023 sowie der israelische Angriff auf den Gazastreifen das Pilgerwesen. Bis zum Kriegsausbruch mit dem Iran Ende Februar hatten sich die Pilgerstätten deshalb erstmals wieder auf ein gutes Jahr eingestellt.
Weiterhin gebe es aber Hoffnung, dass zumindest für die christliche Minderheit vor Ort das Osterfest stattfinden könne. Da am Abend vor Gründonnerstag auch das jüdische Pessachfest beginnt, hoffe man auf einen milden Blick der israelischen Sicherheitsbehörden. Inzwischen verdichten sich Spekulationen, dass genau an jenem 1. April die Schließung der Heiligen Stätten aufgehoben werden könnte.