Wegen Iran-Kriegs gibt es kaum Pilgertourismus in Israel zu Ostern

Flaute im Heiligen Land

Erneut wird das Osterfest im Heiligen Land wohl ohne große Pilgerscharen stattfinden. Diesmal ist der Krieg im Iran daran schuld. Die wenigen Christen vor Ort klammern sich an der Hoffnung fest, zumindest selbst feiern zu dürfen.

Symbolbild Eine Touristin macht mit ihrem Smartphone ein Foto von Jerusalem / © Victoria Shapiro (shutterstock)
Symbolbild Eine Touristin macht mit ihrem Smartphone ein Foto von Jerusalem / © Victoria Shapiro ( shutterstock )

Die Pilgerstellen in Jerusalem stellen sich auf ein karges Osterfest ein. Wegen des Iran-Krieges rechnen die Heiligen Stätten und Gasthäuser kaum mit Besuchern zu den Feiertagen. 

Die Pilgerzentrale der Franziskaner am Jaffa-Tor in der Jerusalemer Altstadt habe in den ersten zwei Monaten des Jahres rund 1.700 Anfragen für Pilgergottesdienste erhalten; inzwischen seien alle storniert worden, sagte der für das Pilgerwesen zuständige Franziskaner-Kustos Francesco Ielpo der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Aufgrund der nach wie vor angespannten Sicherheitslage sei mit einer Rückkehr von Pilgergruppen und der Organisation von Besucherflügen nicht zu rechnen.

Blick auf die Stadtmauer und das Jaffator der Jerusalemer Altstadt / © Jan Hendrik Stens (DR)
Blick auf die Stadtmauer und das Jaffator der Jerusalemer Altstadt / © Jan Hendrik Stens ( DR )

Auch in dem ebenfalls von den Franziskanern betriebenen Gasthaus "Casa Nova" nahe dem Neutor seien alle der über 90 Anmeldungen für die Ostertage abgesagt worden. 

Die Dormitio-Abtei der deutschen Benediktiner auf dem Zionsberg beherbergt nach eigenen Angaben nur noch einige verbliebene lokale Gäste, ebenso wie das Österreichische Hospiz an der Via Dolorosa oder das Haus "Maria Bambina" im Christenviertel.

Eine Einschätzung der israelischen Tourismusbehörden zu Besuchen an Ostern oder Pessach war derzeit nicht zu bekommen. Angesichts der aktuellen Lage könne man sich dazu erst in ein oder zwei Wochen äußern.

Ostern sonst Massen-Event

Das Osterfest ist traditionell einer der Höhepunkte der christlichen Pilgerzeit in Jerusalem. Die Palmsonntagsprozession vom Ölberg in die Altstadt, die Karfreitagsprozessionen über die Via Dolorosa zur Grabeskirche sowie die Feierlichkeiten an den Ostertagen sind für gewöhnlich christliche Massen-Events. 

Christen mit Palmenblättern während der Palmsonntagsprozession auf dem Ölberg in Jerusalem / © Andrea Krogmann (KNA)
Christen mit Palmenblättern während der Palmsonntagsprozession auf dem Ölberg in Jerusalem / © Andrea Krogmann ( KNA )

Seit mehreren Jahren befindet sich der Pilgertourismus in der Region in der Krise. Nach den Einschränkungen in der Corona-Pandemie erschwerten der Terroranschlag der Hamas vom 7. Oktober 2023 sowie der israelische Angriff auf den Gazastreifen das Pilgerwesen. Bis zum Kriegsausbruch mit dem Iran Ende Februar hatten sich die Pilgerstätten deshalb erstmals wieder auf ein gutes Jahr eingestellt.

Weiterhin gebe es aber Hoffnung, dass zumindest für die christliche Minderheit vor Ort das Osterfest stattfinden könne. Da am Abend vor Gründonnerstag auch das jüdische Pessachfest beginnt, hoffe man auf einen milden Blick der israelischen Sicherheitsbehörden. Inzwischen verdichten sich Spekulationen, dass genau an jenem 1. April die Schließung der Heiligen Stätten aufgehoben werden könnte.

Christen im Heiligen Land

Die Christen sind im Heiligen Land eine kleine Minderheit. Genaue Zahlen sind schwer zu benennen, auch angesichts des Wegzugs vieler Christen in den vergangenen Jahren. In Israel sind es rund zwei Prozent von rund 8,7 Millionen Bürgern; viele von ihnen sind Araber.

Ordensschwestern in Jerusalem / © Andrea Krogmann (KNA)
Ordensschwestern in Jerusalem / © Andrea Krogmann ( KNA )
Quelle:
KNA