Im Prozess um den Finanzskandal des Bistums Eichstätt wird an diesem Dienstag ein wichtiger Zeuge erwartet: der frühere Bischof Gregor Maria Hanke. Er hatte Anfang 2018 den Skandal selbst publik gemacht und mit seiner Anzeige die Staatsanwälte auf den Plan gerufen.
Pikantes Detail
Mit einem der zwei Männer auf der Anklagebank war der emeritierte Bischof einmal befreundet. Zeitweise befand sich Hanke auch selbst im Visier der Ermittler. Der 71-Jährige war bis Pfingsten 2025 Bischof von Eichstätt. Der Prozess vor dem Landgericht München II hat Anfang Januar begonnen. Verhandelt werden Vorwürfe der Untreue, Bestechung, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung.
Inhaltlich geht es um riskante Anlagen aus dem Bistumsvermögen. Ohne Absicherung waren zwischen 2014 und 2016 Darlehen an US-Immobilienentwickler im Gesamtwert von fast 60 Millionen Dollar (rund 52,2 Millionen Euro) ausgereicht worden. Bisher sind erst etwas über 35 Millionen US-Dollar (rund 30,5 Millionen Euro) zurückgeflossen.
Angeklagt sind ein ehemals leitender Mitarbeiter der bischöflichen Finanzkammer und einer seiner Geschäftspartner. Beide weisen die Vorwürfe der Anklage weitgehend zurück.