Papst Leo XIV. hat die erste Nacht in seiner neuen Wohnung im Apostolischen Palast verbracht. Am Samstagabend brannte das Licht in den kleinen Fenstern oberhalb der regulären Papstwohnung.
Zuvor hatte Vatikansprecher Matteo Bruni bestätigt, dass Leo XIV. am Samstagnachmittag gemeinsam mit seinen engsten Mitarbeitern in die Räumlichkeiten einziehen werde. Der Vatikan veröffentlichte aber keine Fotos von der fertigen Papstwohnung.
Seit seiner Wahl vor zehn Monaten hatte Papst Leo im Palazzo del Santo Uffizio im Vatikan gewohnt, wo er auch zuvor als Präfekt des Dikasteriums für Bischöfe seine Wohnung hatte. Der gebürtige US-Amerikaner Robert Francis Prevost war am 8. Mai zum Nachfolger von Papst Franziskus gewählt worden. Dieser hatte es in seinem zwölfjährigen Pontifikat vorgezogen, im vatikanischen Gästehaus Santa Marta zu leben.
Umfassende Renovierungsarbeiten
Wegen des langen Leerstandes war die Wohnung in der dritten Loggia im Apostolischen Palast in den vergangenen Monaten umfassend renoviert worden. In italienischen Medien war von Schimmel und Wasserschäden die Rede, die beseitigt wurden. Auch die Wasser- und Elektroleitungen sollen erneuert worden sein.
Es wird spekuliert, dass für den 70 Jahre alten Leo ein Fitnessraum eingerichtet wurde. Die Zeitungen "La Repubblica" und "Il Messaggero" berichteten übereinstimmend, dass die privaten Gemächer von Leo in der Mansarde direkt unter dem Dach untergebracht sein sollen.
55.000-Quadratmeter-Komplex
Die Renovierung des päpstlichen Arbeitszimmers war schon vor einiger Zeit abgeschlossen worden, und Leo XIV. arbeitete dort bereits vor seinem Umzug. Es befindet sich in der dritten Etage hinter dem zweiten Fenster von rechts, von dem aus der Papst jeden Sonntag um 12.00 Uhr beim Mittagsgebet zu den Menschen auf dem Petersplatz
spricht.
Die päpstlichen Arbeits- und Wohnzimmer sind eingebettet in den 55.000-Quadratmeter-Komplex des Apostolischen Palasts. Der befindet sich hinter Berninis Kolonnaden auf der Nordseite des Petersdoms. Neben den päpstlichen Gemächern beherbergen die mehr als 1.000 Räume Büros des vatikanischen Staatssekretariates, prunkvolle Säle für feierliche Empfänge und Teile der Vatikanischen Museen inklusive der Sixtinischen Kapelle.
Päpstliche Residenz in Castel Gandolfo
Papst Leo nutzte bislang auch etwa einmal wöchentlich die päpstliche Residenz in Castel Gandolfo. Montags zieht er sich gerne für eine Nacht in die Unterkunft in den Albaner Bergen, rund 30 Kilometer südöstlich von Rom, zurück. Die dortige Residenz wurde von vielen Päpsten als Sommerresidenz genutzt. Leos Vorgänger Franziskus hatte auch darauf verzichtet.
Laut dem Nachrichtenportal Vaticannews war Pius X. (1903-1914) der erste Papst, der in der Wohnung im apostolischen Palast einzog. Die Wohnung besteht aus mehreren Räumen, darunter eine Bibliothek und eine private kleine Kappelle, außerdem das private Arbeitszimmer des Papstes, von dessen Fenster das Oberhaupt der katholischen Kirche sonntags mit den Gläubigen auf dem Petersplatz den Angelus betet.