Wie der Vatikan in dieser Woche mitteilte, wird Papst Leo XIV. vom 13. bis 23. April nach Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea reisen. Vom 6. bis zum 12. Juni besucht Leo XIV. Spanien. Und bereits am 28. März unternimmt er einen eintägigen Kurztrip ins Fürstentum Monaco.
Warum führt ihn seine zweite Auslandsreise ausgerechnet nach Monaco, einen Stadtstaat mit weniger Einwohnern als Mettmann oder Würselen? "Was hat der Papst in diesem Luxus-Nest der Millionäre und Milliardäre zu suchen?", fragt der Autor Christian Modehn vom Religionsphilosophischen Salon Berlin.
Tatsächlich ist Monaco der zweitkleinste Staat der Welt nach dem Vatikan und gilt als Steueroase und Reiseziel vieler Milliardäre. 2025 stufte die Europäische Union das Fürstentum als "Hochrisikostaat" für Geldwäsche ein. "Der absolute Monarch Papst Leo XIV. wird sich bestens verstehen mit einem anderen Monarchen, mit dem sehr konservativen, sehr katholischen Fürsten Albert II. und seiner Familie", mutmaßt der Autor Modehn weiter.
Katholischer Fürst Albert
Hintergrund der Papst-Reise ist eine persönliche Einladung von Fürst Albert II., die dieser am 17. Januar 2026 im Rahmen einer Privataudienz im Apostolischen Palast ausgesprochen hatte. Zwischen dem Heiligen Stuhl und Monaco bestehen enge Beziehungen. Monaco ist eines der wenigen Länder, in denen der Katholizismus Staatsreligion ist, mehr als 80 Prozent der rund 38.000 Einwohner sind katholisch. Auch die Grimaldi-Familie ist traditionell katholisch und Fürst Albert II. regiert "mit Gottes Hilfe", der lateinische Ausspruch "Deo Juvante" ziert das Wappen der Grimaldis.
Im Juli 1981 unterzeichneten der Heilige Stuhl und das Fürstentum Monaco im Vatikan Abkommen. Damit verzichtete der Fürst auf sein Recht, den Erzbischof der Diözese zu ernennen, der seitdem ausschließlich von Rom ernannt wird. So erhob Johannes Paul II. mit der Bulle "Apostolica haec" den Bischofssitz von Monaco in den Rang eines Erzbischofssitzes.
Enge Verbindungen
Die Fürstenfamilie war ein regelmäßiger Gast der Päpste: Rainier III. und Prinzessin Grace wurden 1957 von Pius XII., 1959 von Johannes XXIII. und 1974 von Paul VI. im Vatikan empfangen. Im Jahr 2005 hatte der junge Fürst Albert II. bei der Beerdigung von Johannes Paul II. seinen ersten öffentlichen Auftritt in seiner neuen Rolle. Im darauffolgenden Jahr ernannte Benedikt XVI. zum ersten Mal einen Apostolischen Nuntius für das Fürstentum Monaco.
Und Papst Franziskus empfing am 2. Februar 2019 den Nationalrat von Monaco in Audienz und lobte den konfessionellen Charakter des katholischen Stadtstaates mit den Worten: "Die Monegassen können auf die Grundwerte des Fürstentums zählen, die vom Evangelium und seiner Botschaft der Liebe inspiriert sind."
Der Besuch von Papst Leo fällt zudem in eine für das Fürstentum kirchenpolitisch wichtige Zeit: Im November 2025 blockierte Fürst Albert II. ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz zur Legalisierung von Abtreibungen. Er zielte darauf ab, Abtreibungen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche ohne besondere Begründung zu legalisieren. Albert berief sich bei seinem Veto auf die prägende Rolle des katholischen Glaubens.
Monegassen freuen sich
Wenn Leo XIV. im März Monaco besucht, wird es das erste Mal in der Neuzeit sein, dass ein Papst den kleinen Stadtstaat besucht. Dort ist die Begeisterung groß: "Wie alle meine Kollegen und alle Gläubigen und sogar die monegassischen Bewohner ist es eine immense Freude und eine Ehre", sagte Père Christian Venard vom Erzbistum Monaco dem französischsprachigen katholischen Nachrichtenportal Aleteia. "Wir sind stolz darauf, dass der Heilige Vater nach Monaco kommt, um unsere Realität kennezulernen! Wie jede Ortskirche hoffen wir, dass dies eine Gelegenheit sein wird, uns in unserem Glauben und in unseren Bemühungen um die Evangelisierung zu stärken!“
Das Programm für den päpstlichen Kurztrip nach Monaco wird derzeit noch ausgearbeitet, fest stehe jedoch, so Venard weiter, dass es am Nachmittag eine Heilige Messe mit Leo im Fußballstadion Stade Louis II. geben wird.