Der Apostolische Palast

Apostolischer Palast im Vatikan / © Cosmin Sava (shutterstock)
Apostolischer Palast im Vatikan / © Cosmin Sava ( shutterstock )

Der Apostolische Palast im Vatikan ist einer von drei historischen Amtssitzen der Päpste in Rom und, seit dem Untergang des Kirchenstaates 1870, der einzige noch regelmäßig von ihnen genutzte. Das imposante vierstöckige Gebäude aus dem frühen 16. Jahrhundert dominiert die Nordseite des Petersplatzes. Aus einem Fenster im dritten Stock wendet sich der Papst sonntags beim Mittagsgebet an die Gläubigen.

Mit Ausnahme von Franziskus (2013-2025) bewohnten seit 1903 alle Päpste diese «Terza Loggia» genannte Etage. Franziskus ließ die Papstwohnung bewusst leer stehen und logierte stattdessen im vatikanischen Gästehaus Santa Marta.

Mehr als tausend Räume

Außer der Wohnung des Papstes beherbergen die mehr als tausend Räume des vierflügeligen Palastes zahlreiche Repräsentations- und Arbeitszimmer. Auch das vatikanische Staatssekretariat, die faktische Machtzentrale der römischen Kurie, hat dort seinen Sitz. Die vier Flügel des Palastes sind um den quadratischen Damasus-Hof gruppiert, der unter dem Architekten Donato Bramante 1519 fertiggestellt wurde. Dort fahren die Staatsgäste vor, bevor sie zum Papst und zum Staatssekretär geleitet werden.

Der päpstliche Wohnbereich im Apostolischen Palast wurde in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder verändert und modernisiert, so auch zuletzt unter dem neuen Papst Leo XIV. Daneben gibt es offizielle Räume wie das Arbeitszimmer und die Privatbibliothek, in der die Päpste ihre Gäste zu vertraulichen Gesprächen (Audienzen) empfangen.

(Quelle: KNA, 15.03.2026)