US-Bischof erklärt sich nach Anschlag auf Synagoge solidarisch

"Für ein Ende der Gewalt"

Nach dem Lkw-Anschlag auf eine Synagoge in Michigan zeigt sich die katholische Kirche solidarisch. Experten stufen die Tat als gezielten Akt des Terrors ein. Im Nahostkonflikt nehmen weltweit Angriffe auf jüdische Einrichtungen zu.

Polizeieinheiten stehen am 12. März 2026 vor der Synagoge "Temple Israel" in West Bloomfield Township, einem Vorort der US-Großstadt Detroit im Bundesstaat Michigan. Dort ist ein Fahrzeug in die Synagoge gefahren. / © Jacob Hamilton/Ann Arbor News via AP (dpa)
Polizeieinheiten stehen am 12. März 2026 vor der Synagoge "Temple Israel" in West Bloomfield Township, einem Vorort der US-Großstadt Detroit im Bundesstaat Michigan. Dort ist ein Fahrzeug in die Synagoge gefahren. / © Jacob Hamilton/Ann Arbor News via AP ( dpa )

Der jüngste Anschlag auf eine Synagoge im US-Bundesstaat Michigan hat auch in der katholischen Kirche Trauer und Empörung ausgelöst. Der Erzbischof von Detroit, Edward Weisenburger, erklärte: "Wir stehen in Solidarität mit unseren jüdischen Brüdern und Schwestern." Ein Angriff auf eine Glaubensgemeinschaft verletze alle Gläubigen. "Gemeinsam beten wir für ein Ende der Gewalt und für einen tieferen Frieden in unserer Welt", so der Geistliche. Am Donnerstag war ein aus dem Libanon stammender bewaffneter Mann mit einem Lkw in die Synagoge des Detroiter Vororts West Bloomfield gerast. Er starb bei einem anschließenden Schusswechsel mit Sicherheitskräften. 

Die Polizei sprach von einem "gezielten Gewaltakt gegen die jüdische Gemeinde". Zum Tatzeitpunkt hätten sich 140 Kinder in der Vorschule des Gotteshauses aufgehalten. Das schnelle Eingreifen des Sicherheitspersonals habe Schlimmeres verhindert. Die Reformsynagoge Temple Israel gilt als eine der größten des Landes und zählt rund 12.000 Mitglieder. 

Zahlreiche Vorfälle in mehreren Ländern 

Unterdessen verdichten sich die Anzeichen, dass die Attacke in Zusammenhang mit dem andauernden Nahostkrieg steht. US-Medien berichteten, dass der getötete Angreifer bei einem israelischen Luftangriff auf sein libanesisches Heimatdorf vor einigen Tagen mehrere Verwandte verloren habe. 

Offiziell bestätigt wurde dies bisher nicht. Nicht nur in den USA sind jüdische Einrichtungen angesichts des Kriegs offenbar verstärkt ins Visier mutmaßlicher Terroristen geraten. In Kanada etwa gab es zuletzt mehrere Schusswaffenangriffe. Am Freitag kamen Berichte über einen Brandanschlag auf eine niederländische Synagoge hinzu. Verletzt wurde dabei niemand.

Kein isoliertes Ereignis

Für den Präsidenten der Europäischen Rabbinerkonferenz, Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, ist der jüngste Anschlag auf eine Synagoge im US-Bundesstaat Michigan kein isoliertes Ereignis. Allein in dieser Woche seien auch Synagogen etwa in Belgien und in den Niederlanden Ziel von Angriffen geworden. "Wenn Synagogen attackiert werden, ist das kein Vandalismus, es ist antisemitischer Terror", sagte Goldschmidt am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). 

Pinchas Goldschmidt / © Sven Hoppe (dpa)
Pinchas Goldschmidt / © Sven Hoppe ( dpa )

Der Terror bedrohe demokratische Gesellschaften überall. "Diese Welle antisemitischer Gewalt entsteht nicht aus dem Nichts. Sie wird angeheizt durch extremistische Ideologien und durch staatliche Akteure, allen voran das iranische Regime, das seit Jahren Hass gegen Juden propagiert und Terror gegen jüdische Ziele weltweit unterstützt", so Goldschmidt. 

Europa und die freie Welt müssten dieser Realität ins Auge sehen. "Das Regime in Teheran wirkt als Brandbeschleuniger des globalen Antisemitismus." Wer jüdisches Leben ernsthaft schützen wolle, müsse diese Bedrohung klar benennen und ihr entschlossen entgegentreten. Am Montag gab es zudem in Lüttich in Belgien vor der dortigen Synagoge eine Explosion. Verletzt wurde dabei niemand. 

Antisemitismus

Antisemitismus nennt man die offen propagierte Abneigung und Feindschaft gegenüber Juden als Volksgruppe oder als Religionsgemeinschaft. Der Begriff wird seit dem 19. Jahrhundert gebraucht, oft als Synonym für eine allgemeine Judenfeindlichkeit. Im Mittelalter wurden Juden für den Kreuzestod Jesu verantwortlich gemacht und als "Gottesmörder" beschuldigt. Während der Kreuzzüge entlud sich die Feindschaft in mörderischen Ausschreitungen, Vertreibungen und Zwangsbekehrungen.

Teilnehmende einer Demonstration zur Solidarität mit Israel / © Michael Kappeler (dpa)
Teilnehmende einer Demonstration zur Solidarität mit Israel / © Michael Kappeler ( dpa )
Quelle:
DR , KNA

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