Kardinal Maradiaga fordert besseren Schutz von Migranten in den USA

Wichtige Stützen für Honduras

Rund 1,8 Millionen Honduraner leben in den Vereinigten Staaten. Viele fürchten die Abschiebung. Nun meldet sich der bekannteste Kirchenvertreter aus Honduras zu Wort. Er fordert, den Fokus auf ihre Unterstützung zu legen.

Viele Menschen aus Honduras arbeiten in den USA / © Davide Bonaldo (shutterstock)
Viele Menschen aus Honduras arbeiten in den USA / © Davide Bonaldo ( shutterstock )

Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga (83) aus Honduras fordert einen besseren Schutz von Migranten in den USA. Der weit über die Grenzen seines mittelamerikanischen Heimatlandes hinaus bekannte Kirchenmann appellierte an die Regierung in Tegucigalpa, mehr zu tun für die Rechte der honduranischen Einwanderer. Konkret nahm er den neuen konservativen Präsidenten Nasry "Tito" Asfura in die Pflicht, der als Wunschkandidat von US-Präsident Donald Trump galt und seit wenigen Wochen im Dienst ist.

Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga, Erzbischof von Tegucigalpa in Honduras / © Paul Haring (KNA)
Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga, Erzbischof von Tegucigalpa in Honduras / © Paul Haring ( KNA )

Der neue Präsident müsse der Suche nach Lösungen für die rund 1,8 Millionen Honduraner, die auf US-Gebiet leben, Priorität einräumen, forderte Rodriguez Maradiaga. Die in den USA lebenden honduranischen Einwanderer seien auch ein wichtiger Stützpfeiler für die honduranische Volkswirtschaft, da sie jährlich Milliarden US-Dollar an ihre Familien in der Heimat überwiesen. Diese Geldsendungen stützten die nationale Wirtschaft in hohem Maße, so der frühere Erzbischof von Tegucigalpa.

Leben in Illegalität und Abschiebungen drohen

Asfura hatte nach eigenen Angaben am Wochenende bei einem Gipfeltreffen lateinamerikanischer Staatschefs in Miami mit US-Präsident Trump unter anderem über die Zukunft des "temporären Schutzstatus" gesprochen: "Wir haben vereinbart, alle Gesetze und die Arbeit, die wir für Honduras leisten müssen, zu überprüfen", sagte Asfura. Sollte der "temporäre Schutzstatus" aufgehoben werden, drohen vielen Hunderttausend Honduranern ein Leben in der Illegalität und die Abschiebung.

Quelle:
KNA