Hamburger Generalvikar Geißler betont christlich-jüdische Freundschaft

"Schulter an Schulter"

Hamburgs Generalvikar Sascha-Philipp Geißler ruft zu Solidarität auf. Im Rahmen einer Veranstaltungswoche unter dem Motto "Schulter an Schulter miteinander", gehe es darum, sich gemeinsam gegen Antisemitismus einzusetzen.

Internationale Gruppe von Menschen, die Streik auf der Straße, Umarmung, zeigen ihre starke Einheit / © Prostock-studio (shutterstock)
Internationale Gruppe von Menschen, die Streik auf der Straße, Umarmung, zeigen ihre starke Einheit / © Prostock-studio ( shutterstock )

Generalvikar Pater Sascha-Philipp Geißler SAC eröffnete am Donnerstagabend die Woche der christlich-jüdischen Zusammenarbeit in Hamburg. In seiner Rede betonte er, dass dieses Bild "zum Nachdenken und zur Auseinandersetzung" anrege und als klarer Appell an die Gesellschaft zu verstehen sei.

Sascha-Philipp Geißler / © Marco Heinen (Erzbistum Hamburg)

Geißler berichtete von tiefen Gesprächen nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Viele Menschen hätten ein "dröhnendes Schweigen" wahrgenommen, das Zweifel an der Zukunft jüdischen Lebens in Deutschland aufkommen ließ. "Das kann uns als Gesellschaft und noch weniger als Kirche unberührt lassen", erklärte der Generalvikar. Das diesjährige Motto sei daher eine Mahnung, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.

Pater Sascha-Philipp Geißler

„Es ist eine bleibende Aufgabe für uns Christen, konsequent und unerbittlich alle antijudaistischen und antisemitischen Tendenzen – wo auch immer – zu bekämpfen.“

Für Geißler bedeutet "Schulter an Schulter", "miteinander in Kontakt zu bleiben, einander auf Augenhöhe zu begegnen und gemeinsam für Freiheit und Sicherheit jüdischen Lebens" einzustehen. Er unterstrich die "bleibende Aufgabe für uns Christen", "konsequent und unerbittlich alle antijudaistischen und antisemitischen Tendenzen" zu bekämpfen.

Dank an die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

Zum Abschluss dankte Geißler den lokalen Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, die als "Kontaktstellen und Wegbereiter" fungieren. In Deutschland gibt es 83 dieser Vereine, die seit 1952 jährlich die Woche der christlich-jüdischen Zusammenarbeit organisieren. Ziel ist es, den Dialog zu stärken und gemeinsam gegen Antisemitismus und Vorurteile einzutreten.

Meldestelle für antisemitische Vorfälle

Ein Jahr nach Beginn der Bundesförderung einer neuen deutschlandweiten Meldestelle für antisemitische Vorfälle haben die Verantwortlichen eine erste Bilanz gezogen. Zwischen Februar 2019 und Jahresende registrierte der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Bundesverband RIAS) mit Sitz in Berlin 316 Meldungen, wie Projektmitarbeiter Alexander Rasumny sagte.

Antisemitismus: Juden in Deutschland sehen wachsende Bedrohung / © Arne Dedert (dpa)
Antisemitismus: Juden in Deutschland sehen wachsende Bedrohung / © Arne Dedert ( dpa )
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