Österreichs Präsident Van der Bellen besucht Papst Leo XIV.

Gesprächsthema Migration

Bei dem Vatikanbesuch des österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellens standen die Themen Migration, Religion und weltpolitische Konflikte im Fokus der Gespräche. Papst Leo XIV. empfing ihn in einer Privataudienz.

	Papst Leo XIV. empfängt den österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen am 5. März 2026 im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. empfängt den österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen am 5. März 2026 im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat im Vatikan Gespräche über Migration und das Verhältnis zwischen den Religionen geführt. 

Wie der Vatikan mitteilte, wurde Van der Bellen am Donnerstagvormittag zunächst von Papst Leo XIV. in Privataudienz empfangen. Anschließend traf der Österreicher mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und dem päpstlichen "Außenminister" Erzbischof Paul Richard Gallagher zusammen.

Im Rahmen der "freundschaftlichen Gespräche" seien die guten Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Österreich gewürdigt worden, heißt es in der Mitteilung. Weiter sei der positive Beitrag der katholischen Kirche zum Wohl der Gesellschaft hervorgehoben worden. 

Papst Leo XIV. empfängt den österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen am 5. März 2026 im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. empfängt den österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen am 5. März 2026 im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Neben den Themen Migration und den Beziehungen zwischen den Religionen sei es auch um die aktuellen Konfliktsituationen in der Welt gegangen. Dabei sei dem Wunsch nach einer stärkeren Rolle der internationalen Gemeinschaft bei der Suche nach friedlichen Lösungen Ausdruck gegeben worden.

"Sehr, sehr gute Wahl"

Van der Bellen hat sich nach seiner Audienz bei Papst Leo XIV. am Donnerstag tief beeindruckt gezeigt. "Mit diesem Papst wurde eine sehr, sehr gute Wahl getroffen", sagte der österreichische Bundespräsident nach dem Treffen vor Journalisten in Rom. In dem Gespräch, das länger gedauert habe als geplant, habe er den Eindruck gewonnen, dass dieser Papst sich nicht nur als Oberhaupt der katholischen Kirche, sondern als Sprachrohr der christlichen Botschaft für die Menschheit sehe. Er sei zuversichtlich, dass es dem Papst gelingen werde, die Botschaft der Hoffnung und des Friedens den Menschen nahezubringen, erklärte der Präsident, der selbst evangelischer Christ ist. 

Ausblick auf erste Enzyklika 

Große Erwartungen knüpfte Österreichs Staatsoberhaupt an die noch ausstehende erste Enzyklika von Leo XIV. Van der Bellen erinnerte daran, dass Leos Vorgänger Franziskus mit den Enzykliken "Laudato si" (2015) und "Fratelli tutti" (2020) viele Menschen bewegt habe. Weiter erklärte Van der Bellen: "Ich habe mich bemüht, den Papst aufs Wärmste nach Österreich einzuladen". Er könne sich aber lebhaft vorstellen, wie dicht gefüllt dessen Terminkalender jetzt schon sei und dass ein solcher Besuch sicher nicht in naher Zukunft möglich sei. Er hoffe aber, dass er es noch als Bundespräsident erleben werde, dass der Papst nach Österreich kommt. Die Amtszeit Van der Bellens (82) endet im Januar 2029. 

Ausstellungseröffnung am Vorabend

Bundespräsident Van der Bellen hält sich für zwei Tage in Rom auf. Am Mittwochabend hatte er gemeinsam mit seinem italienischen Amtskollegen Sergio Mattarella die Ausstellung "Von Wien nach Rom. Meisterwerke der Habsburger aus dem Kunsthistorischen Museum" eröffnet. Bei der Schau im Museo del Corso werden nach Angaben der Veranstalter erstmals in Italien mehr als 50 Meisterwerke aus den Sammlungen des Wiener Museums präsentiert.

Redaktioneller Hinweis: Der Artikel wurde um 16.25 Uhr ergänzt.

Audienz

Eine Audienz (aus dem Lateinischen audire; hören, anhören) ist ein Treffen mit einer höhergestellten Person, üblicherweise mit Monarchen oder im Vatikan mit dem Papst. Es gibt Privataudienzen für einzelne Personen, teils in Begleitung, oder Audienzen für größere Personengruppen.

Päpste empfangen sowohl in Privataudienz, etwa Staatsoberhäupter oder Regierungschefs, oder in größerer Audienz. Hierunter fallen etwa Begegnungen mit Gruppen oder Verbänden. Die Privataudienzen finden im Regelfall im Apostolischen Palast statt. Franziskus empfing aber auch im Gästehaus Santa Marta.

Papst Leo XIV. / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA