Eine Delegation des EU-Parlaments besucht am Donnerstag die sterblichen Überreste des heiligen Franz in Assisi. Die EU-Abgeordneten wollten vor den für vier Wochen ausgestellten Gebeine des populären Heiligen einen Moment der Besinnung und des Gebets erleben, teilten die Franziskaner am Dienstag in Assisi mit. Unter den Teilnehmern der konservativen ECR-Fraktion ist auch die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Antonella Sberna von der Partei Fratelli d'Italia.
So wie Zehntausende weitere Besucher, die für die Reliquienschau zum 800. Todestag des heiligen Franziskus (um 1182-1226) nach Assisi kommen, werden die EU-Abgeordneten von einem Franziskaner begleitet. Nach einer kurzen Einführung in Italienisch und Englisch werde es ein abschließendes Gebet geben, so der Orden.
Die erstmals öffentlich ausgestellten Knochen des heiligen Franziskus sorgen seit 22. Februar für einen Besucheransturm in Assisi. Allein in der ersten Woche besichtigten rund 100.000 Menschen die Gebeine des italienischen Nationalheiligen, so der Orden. Zusätzlich nahmen rund 35.000 Menschen an den Gottesdiensten in der Oberkirche teil. Insgesamt erwarten die Veranstalter rund 400.000 Besucher zu der einmonatigen Ausstellung, die noch bis 22. März dauert.
Leo XIV. kommt im August
Der heilige Franziskus wird als Patron der Armen, Blinden, Lahmen, Strafgefangenen, Sozialarbeiter und Schiffbrüchigen verehrt. Auch gilt er als Vermittler zwischen den Religionen. Papst Johannes Paul II. erklärte ihn 1980 zum Patron des Umweltschutzes und der Ökologie. Aus Anlass des Jubiläums will Papst Leo XIV. am 6. August Assisi besuchen.
Franz von Assisi gründete zwischen 1209 und 1220 den Orden der Franziskaner. Außer diesem "Ersten Orden" gründete er zwei weitere: die Klarissen als weiblichen Zweig und den "Dritten Orden" für Laien. Im 16. Jahrhundert entstanden aus Reformen Minoriten und Kapuziner. Heute umfasst die franziskanische Familie weltweit rund 650.000 Mitglieder in Laienbewegungen, Bruderschaften und klösterlichen Gemeinschaften.