EU-Abgeordnete wollen Knochen des heiligen Franz von Assisi sehen

Besucheransturm hält an

Schon mehr als 100.000 Menschen sind nach Assisi gereist, um die Knochen des vor 800 Jahren gestorbenen heiligen Franziskus zu sehen. Die ungewöhnliche Heiligenschau endet am 22. März und zieht nun auch EU-Politiker an.

Asissi: Pilger ehren die Gebeine des heiligen Franziskus während der ersten öffentlichen Ausstellung in der Franziskus-Basilika anlässlich des 800. Todestages des Heiligen / © Gregorio Borgia/AP (dpa)
Asissi: Pilger ehren die Gebeine des heiligen Franziskus während der ersten öffentlichen Ausstellung in der Franziskus-Basilika anlässlich des 800. Todestages des Heiligen / © Gregorio Borgia/AP ( dpa )

Eine Delegation des EU-Parlaments besucht am Donnerstag die sterblichen Überreste des heiligen Franz in Assisi. Die EU-Abgeordneten wollten vor den für vier Wochen ausgestellten Gebeine des populären Heiligen einen Moment der Besinnung und des Gebets erleben, teilten die Franziskaner am Dienstag in Assisi mit. Unter den Teilnehmern der konservativen ECR-Fraktion ist auch die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Antonella Sberna von der Partei Fratelli d'Italia.

So wie Zehntausende weitere Besucher, die für die Reliquienschau zum 800. Todestag des heiligen Franziskus (um 1182-1226) nach Assisi kommen, werden die EU-Abgeordneten von einem Franziskaner begleitet. Nach einer kurzen Einführung in Italienisch und Englisch werde es ein abschließendes Gebet geben, so der Orden.

Journalisten fotografieren die sterblichen Überreste von Franz von Assisi in der päpstlichen Basilika San Francesco in Assisi / © Gregorio Borgia/AP/ (dpa)
Journalisten fotografieren die sterblichen Überreste von Franz von Assisi in der päpstlichen Basilika San Francesco in Assisi / © Gregorio Borgia/AP/ ( dpa )

Die erstmals öffentlich ausgestellten Knochen des heiligen Franziskus sorgen seit 22. Februar für einen Besucheransturm in Assisi. Allein in der ersten Woche besichtigten rund 100.000 Menschen die Gebeine des italienischen Nationalheiligen, so der Orden. Zusätzlich nahmen rund 35.000 Menschen an den Gottesdiensten in der Oberkirche teil. Insgesamt erwarten die Veranstalter rund 400.000 Besucher zu der einmonatigen Ausstellung, die noch bis 22. März dauert.

Leo XIV. kommt im August

Papst Leo XIV. / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Der heilige Franziskus wird als Patron der Armen, Blinden, Lahmen, Strafgefangenen, Sozialarbeiter und Schiffbrüchigen verehrt. Auch gilt er als Vermittler zwischen den Religionen. Papst Johannes Paul II. erklärte ihn 1980 zum Patron des Umweltschutzes und der Ökologie. Aus Anlass des Jubiläums will Papst Leo XIV. am 6. August Assisi besuchen.

Franz von Assisi gründete zwischen 1209 und 1220 den Orden der Franziskaner. Außer diesem "Ersten Orden" gründete er zwei weitere: die Klarissen als weiblichen Zweig und den "Dritten Orden" für Laien. Im 16. Jahrhundert entstanden aus Reformen Minoriten und Kapuziner. Heute umfasst die franziskanische Familie weltweit rund 650.000 Mitglieder in Laienbewegungen, Bruderschaften und klösterlichen Gemeinschaften.

Was sind Reliquien?

Reliquien - vom lateinischen "reliquiae" abgeleitet - sind die sterblichen Überreste von als heilig verehrten Personen. Primäre Reliquien sind dabei die Leichname von Seligen oder Heiligen, größere Körperteile von diesen oder die komplette Asche ihrer verbrannten Körper.

Ein Reliquiar in Gestalt einer Reliquienprozession aus dem Jahr 1893 / © Oliver Berg (dpa)
Ein Reliquiar in Gestalt einer Reliquienprozession aus dem Jahr 1893 / © Oliver Berg ( dpa )
Quelle:
KNA