Papst Leo XIV. hat künftige Priester davor gewarnt, Gottes Gegenwart in ihrem Leben und Wirken zu vergessen. Eine übernatürliche Sicht der Realität müsse stets gepflegt werden, so der Papst am Samstag im Vatikan. Diese Sichtweise zu haben, bedeute nicht, vor der Realität zu fliehen, sondern zu lernen, Gottes Wirken in der konkreten Realität eines jeden Tages zu erkennen.
"Was könnte unnatürlicher sein als ein Seminarist oder Priester, der vertraut von Gott spricht, aber innerlich so lebt, als ob Gottes Gegenwart nur in Worten und nicht in der Tiefe des Lebens existierte?", fragte Leo XIV. die spanischen Priesteramtsanwärter. Nichts wäre gefährlicher, als sich an die Dinge Gottes zu gewöhnen, ohne aus Gott zu leben.
Darum sei die Grundlage jeder priesterlichen Ausbildung, bei Gott zu bleiben und sich von innen heraus formen zu lassen. Es gelte, Gott am Werk zu sehen und zu erkennen, wie er im eigenen Leben und im Leben seines Volkes wirke. Daher seien menschliche Mittel, Psychologie und Ausbildungsinstrumente zwar wertvoll und notwendig, könnten aber diese Beziehung nicht ersetzen, so der Papst.