Papst Leo XIV. warnt Spaniens Bischöfe vor rechter Ideologie

Große Sorge mit Blick auf Spanien

Ein Medienbericht legt nahe, dass der Papst bei seinem ersten Treffen mit Spaniens Bischöfen sehr deutlich wurde. Mit Blick auf den wachsenden Einfluss rechter Ideologien sprach er eine klare Warnung für die spanische Kirche aus.

Papst Leo XIV. / © Gregorio Borgia/AP (dpa)
Papst Leo XIV. / © Gregorio Borgia/AP ( dpa )

Der Papst soll bei einem Treffen mit der Leitung der spanischen Bischofskonferenz vor dem wachsenden Einfluss rechter Ideologien in Spanien gewarnt haben. Laut einem Bericht der Zeitung "El Pais" von Montag bezeichnete der Pontifex die extreme Rechte demnach als seine derzeit größte Sorge mit Blick auf die spanische Gesellschaft und Kirche.

Papst Leo XIV. / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Wie es unter Berufung auf mit dem Treffen vertraute Quellen heißt, habe der Papst die Bischöfe darauf hingewiesen, dass rechtsextreme Gruppen versuchten, gezielt katholische Wähler anzusprechen und die Kirche für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Besonders kritisch sehe er demnach die Nutzung religiöser Argumente zur Ablehnung von Migration und zur Verschärfung gesellschaftlicher Polarisierung.

Positionsänderungen bei Bischöfen

Das Treffen habe Mitte November im Vatikan stattgefunden und sei das erste Zusammentreffen der spanischen Bischöfe mit dem neuen Papst gewesen. Nach Angaben des Berichts habe der Pontifex die Kirchenvertreter aufgefordert, gegenüber entsprechenden politischen Strömungen klare Distanz zu wahren und sich nicht vereinnahmen zu lassen.

In der Folge seien innerhalb der Kirche in Spanien Positionsänderungen erfolgt, unter anderem bei der Entschädigung von Betroffenen sexualisierter Gewalt sowie bei der Unterstützung einer staatlichen Regelung zur Legalisierung von Migration. Beide Schritte waren zuvor von rechten Parteien scharf kritisiert worden.

Kirche in Spanien

Kirche in Spanien hat zwei Gesichter: Zum einen ist Spanien ein traditionell katholisches Königreich - etwa ab 380 war das Christentum im Römischen Reich endgültig Staatsreligion, also auch in der Provinz Hispanien - in dem die Osterprozessionen jedes Jahr tagelang inbrünstig und mit eindrucksvollen Kutten zelebriert werden; wo jede Stadt und Gemeinde einen eigenen Feiertag hat, der dem Stadtheiligen gewidmet ist und imposante Kathedralen zum Weltkulturerbe zählen; ein Land, in dem die katholische Vereinigung Opus Dei gegründet wurde und mit eigenen Universitäten und mächtigen Mitgliedern i

Eine spanische Flagge hängt an einer alten Kirche in Cáceres (shutterstock)
Eine spanische Flagge hängt an einer alten Kirche in Cáceres / ( shutterstock )
Quelle:
KNA