Nach dem Willen der Deutschen Bischofskonferenz sollen Frauen und nichtgeweihte Männer künftig in katholischen Messen predigen dürfen. Das gab deren Vorsitzender Heiner Wilmer am Donnerstag in Würzburg bekannt. Man folge damit einem Beschluss der Synodalversammlung von 2023. Die hatte mit Mehrheit auch der Bischöfe beschlossen, dass diese in Rom eine entsprechende Erlaubnis beantragen. Sie soll für qualifizierte Männer und Frauen gelten, die vom jeweiligen Bischof beauftragt wurden.
Die Bischöfe hätten auf ihrer Versammlung nun eine Ordnung des Predigtdienstes beschlossen, sagte der neue Vorsitzende. Dafür wollten sie in Rom um Zustimmung bitten. "Wir haben vereinbart, dass ich dies bei meinem nächsten Besuch in Rom mitnehmen und auch noch einmal vor Ort im Gespräch erläutern und dafür werben werde", so Wilmer. De facto werde die Predigt durch Laien, also Nichtgeweihte, in vielen deutschen Bistümern auch schon praktiziert, erklärte er auf Nachfrage. Natürlich wolle man dabei in Einheit mit der Weltkirche bleiben.
Lob von katholischen Frauen
Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) begrüßte die Ankündigung der Bischofskonferenz. "Für uns ist das ein weiterer Baustein auf dem Weg zu einer Kirche, in der Frauen und Männer gleichberechtigt Verantwortung in allen Diensten und Ämtern übernehmen", sagte Ulrike Göken-Huismann, stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende.
Laien dürfen bisher laut Kirchenrecht nicht in Messen predigen. In Canon 766 heißt es zwar, dass sie zur Predigt zugelassen werden können, "wenn das unter bestimmten Umständen notwendig oder in Einzelfällen als nützlich angeraten ist". Im nächsten Canon wird dies aber eingeschränkt: "Unter den Formen der Predigt ragt die Homilie hervor, die Teil der Liturgie selbst ist und dem Priester oder dem Diakon vorbehalten wird." Damit ist die Predigt in der Messe gemeint. Möglich sind aber jetzt schon Predigten in anderen Gottesdienstformen, etwa in Wortgottesdiensten.