Spendenkampagne für 23 Bahnhofsmissionen in NRW gestartet

Hilfe für Reisende und Geschwächte

Mitarbeitende der Bahnhofsmissionen helfen Reisenden und bieten Menschen in Not warmes Essen oder Beratung: Die Wohlfahrtsverbände rufen nun zur Unterstützung der sozialen Arbeit auf. Allein in NRW helfen 23 Bahnhofsmissionen.

Zwei Mitarbeiterinnen der Bahnhofsmission gehen durch den Hauptbahnhof / © Sven Hoppe (dpa)
Zwei Mitarbeiterinnen der Bahnhofsmission gehen durch den Hauptbahnhof / © Sven Hoppe ( dpa )

In Düsseldorf ist am Freitag der Startschuss für eine Spendenkampagne zur Unterstützung der 23 Bahnhofsmissionen in Nordrhein-Westfalen gegeben worden. Mit der Aktion sollen die vielfältigen Angebote und Zielgruppen der Bahnhofsmissionen der Öffentlichkeit vorgestellt werden, wie Diakonie, Caritas und der katholische Frauenverband "In Via" mitteilten. Die in den Medien geschalteten Kampagnenbilder zeigten Mitarbeitende etwa bei der Begleitung von betagten Senioren am Bahnsteig oder bei einer Tasse Kaffee im Gespräch mit obdachlosen Menschen.

Spenden für Bahnhofsmission

Die Bahnhofsmissionen in NRW böten rund eine Million Hilfestellungen im Jahr, sagte der Direktor des Diözesan-Caritasverbandes für das Erzbistum Köln, Frank Johannes Hensel. "Sie sind genau dort, wo geschwächte, einsame und notleidende Menschen ankommen." Die Spendenaktion solle dazu beitragen, dass das unbürokratische und kostenlose Angebot an den NRW-Bahnhöfen langfristig gesichert werde.

Daniel Moddelmog, stellvertretender Leiter der Bahnhofsmission am Frankfurter Hauptbahnhof / © Madita Steiner (KNA)
Daniel Moddelmog, stellvertretender Leiter der Bahnhofsmission am Frankfurter Hauptbahnhof / © Madita Steiner ( KNA )

Auch der Vorstand des Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe, Christian Heine-Göttelmann, hob die niederschwellige Hilfe hervor: "Die Mitarbeitenden der Bahnhofsmissionen begleiten, trösten und geben Halt." Die Kampagne wird den Angaben zufolge durch eine Landesförderung in Höhe von insgesamt 1,25 Millionen Euro ermöglicht, die das NRW-Sozialministerium zur Verfügung stellt, um akute Finanzierungslücken zu schließen und Fundraisingprojekte anzuschieben.

Einrichtungen werden oft ökumenisch betrieben

Die 23 Bahnhofsmissionen in NRW werden von den Wohlfahrtsverbänden der evangelischen und der katholischen Kirche sowie von lokalen Unterorganisationen getragen. Oft arbeiten dabei die Träger vor Ort ökumenisch zusammen. Rund 500 haupt- und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind in den Bahnhofsmissionen in NRW im Einsatz.

Bahnhofsmissionen als zentrale Knotenpunkte der sozialen Hilfe

Jahr für Jahr kümmern sich die Mitarbeitendenden der Bahnhofsmission um mehr als zwei Millionen Menschen. Jedem wird geholfen, sofort, gratis, ohne dass vorher bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Sie sind rund um die Uhr im Einsatz, wenn andere Hilfe nicht erreichbar ist. Bahnhofsmissionen gibt es seit über hundert Jahren und an an mehr als hundert Orten in Deutschland.  
 

Kirsten Heinrich von der Bahnhofsmission in Hannover geleitet die blinde Berufspendlerin Martina Nesterok über den Bahnsteig / © Lothar Veit (epd)
Kirsten Heinrich von der Bahnhofsmission in Hannover geleitet die blinde Berufspendlerin Martina Nesterok über den Bahnsteig / © Lothar Veit ( epd )
Quelle:
epd