Die ersten Opern wurde anfangs vor allem für den Karneval in Venedig komponiert, die Meisterwerke des Domkapellmeisters von San Marco, Claudio Monteverdi, entstanden zum Beispiel für diese Zeit, ebenso die Opern seines etwas jüngeren Zeitgenossen Francesco Cavalli. Während der Karnevalssaison kamen mehr als 60 000 Menschen in die Lagunenstadt. Dort entstand auch das erste öffentliche Opernhaus; somit konnte nicht mehr nur der Adel in den Genuss der damals brandneuen Gattung kommen.
Textliche Grundlagen der frühen Opern waren in der Regel Sagenstoffe der klassischen Antike - meist aber aufgepeppt um komisch-absurde Rollen und diverse Verwechslungen.
Humor auch in der Klassik
Aber nicht nur in Venedig wurde gern Karneval gefeiert. Auch in Deutschland wurde schon früh Karneval gefeiert und einige Werke der klassischen Musik haben einen eindeutigen Bezug zum Karneval oder Fastnacht; zum Beispiel Schumanns "Faschingsschwank aus Wien", andere Werke beziehen sich auf den Humor und erreichen so eine große Freiheit in der formalen Gestaltung.
Eine Sonderstellung nimmt dabei der berühmte "Karneval der Tiere" von Camille Saint-Saëns ein. 1886 wurde das rund 25 Minuten lange Werk privat aufgeführt. Das Stück war eigentlich gar nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Saint-Saëns fürchtete, die heitere, teils parodistische Musik könne seinem Ruf als ernsthafter Komponist schaden.
Ruhm erst posthum
Deshalb erlaubte er Aufführungen nur im privaten Kreis; veröffentlicht wurde es erst nach seinem Tod 1921. Mittlerweile ist das Stück für Klavier und Kammerorchester sein wohl berühmtestes Werk. Jede der 14 Nummern lässt sich recht eindeutig bestimmten Tieren oder Tiergruppen zuordnen, oft mit parodistischen Überzeichnungen, aber auch mit betörenden Melodien.
Im Radioprogramm von DOMRADIO.DE erklingen am Sonntagabend ab 18 Uhr Beispiele für die musikalische Verbindung von Humor und Karneval in der vermeintlich ernsten klassischen Musik.