Das Fest Pauli Bekehrung gibt es schon seit dem achten Jahrhundert und gedenkt der Wandlung des Saulus als glühenden Christenverfolger zu Paulus, der zum überzeugten Christ wird.
Das Neue Testament schildert, wie Paulus auf dem Weg nach Damaskus Jesus Christus selbst begegnet und sich radikal ändert. "Saul, warum verfolgst du mich?" Diese Frage trifft ihn wie ein Blitz und Saulus sieht sich ab dem Moment als Christusanhänger und Apostel. Diese Wandlung vom Christenverfolger zum Christusanhänger hat Felix Mendelssohn Bartholdy wunderbar in Musik dargestellt, nämlich in seinem Oratorium "Paulus".
Die Komposition für Chor, Gesangssolisten und Orchester beschreibt also die Wandlung des Saulus von Tarsus rund um dessen "Damaskus-Erlebnis" zum Apostel Paulus. In zwei Teilen erzählt Mendelssohn das Wirken des Apostels. Seine Verfolgung der jungen Christengemeinden, dann die Bekehrung auf dem Weg nach Damaskus und schließlich seine Arbeit als Missionar.
Paulus "verliert" gegen Jesus
Im Radioprogramm von DOMRADIO.DE erklingt am Sonntagabend ab 20 Uhr der erste Teil des Werkes; Paulus verfolgt vor seiner Bekehrung die Christen rücksichtslos. Dann aber kommt es auf dem Weg nach Damaskus zur schicksalhaften Begegnung.
Dass das Fest im Jahr 2026 liturgisch nicht gefeiert hat, basiert auf einem einfachen Grund: Der 25. Januar fällt auf einen Sonntag. Dieser "Herrentag" ist in der kirchlichen Sichtweise wichtiger als das Fest, deswegen wird der Sonntag als dritter Sonntag im Jahreskreis gefeiert, die Gebete und ausgewählten Lesungen aus der Bibel in der Sonntagsmesse und sonstigen Gebetszeiten berücksichtigen das Fest also nicht.
Jesus Christus, im kirchlichen Kontext oft auch "Herr" genannt, zu dessen Ehren der Sonntag begangen wird und der daher auch gerne als Herrentag (lat. Dominica, it. Domenica, frz. Dimanche) bezeichnet wird, hat demnach Vorrang vor den Heiligen, die lediglich auf ihn verweisen. Dies gilt dann auch für den Apostel Paulus – trotz seiner spektakulären Wandlung vom Saulus, dem Christenverfolger zum Paulus, dem Christusanhänger.