Kirchen fordern in Landauer Erklärung mehr Kita-Finanzierung vom Land

Trägervielfalt "akut in Gefahr"

Die Träger der Jugendhilfe und die Kirchen in der Pfalz mahnen, dass die Beteiligung des Landes Rheinland-Pfalz an der Kita-Finanzierung höher werden müsse. Sonst gerate der Betrieb kirchlicher Einrichtungen in Schieflage.

Kinderschuhe in einer Kita / © Julia Steinbrecht (KNA)
Kinderschuhe in einer Kita / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Die öffentlichen Träger der Jugendhilfe in der Pfalz sowie das Bistum Speyer und die Evangelische Kirche der Pfalz sehen Finanzierungsprobleme bei Kindertagesstätten. 

Hauptfassade des Doms in Speyer am 5. Februar 2024
 / © Julia Steinbrecht (KNA)
Hauptfassade des Doms in Speyer am 5. Februar 2024 / © Julia Steinbrecht ( KNA )

In einer am Mittwoch veröffentlichten "Landauer Erklärung" äußerten sie sich kritisch zu dem seit Juli 2021 geltenden Kindertagesstättengesetz. Schon im Gesetzgebungsverfahren hatten kommunale Spitzenverbände und freie Träger – insbesondere die Kirchen – vor erheblichen Finanzierungsproblemen gewarnt.

In dem jetzigen Offenen Brief wird die Landesregierung aufgefordert, "die finanzielle Beteiligung des Landes an der Kita-Finanzierung deutlich zu erhöhen – insbesondere bei den Personalkosten". Dies könne sowohl durch eine Anhebung der Landesbeteiligungsquote als auch durch die gesetzliche Festlegung eines klaren, tragfähigen Trägereigenanteils erfolgen.

"Trägervielfalt akut gefährdet"

Die Landesregierung stehe in der Verantwortung gegenüber den freien Trägern, die staatliche Aufgaben übernähmen und damit wesentliche Verantwortung für die frühkindliche Bildung trügen. Sonst werde "die Trägervielfalt in Rheinland-Pfalz unweigerlich gefährdet und zahlreiche kirchliche Träger werden den Betrieb ihrer Einrichtungen nicht mehr aufrechterhalten können", hieß es. 

Verwiesen wird auf sinkende Kirchensteuereinnahmen, "erhebliche Teuerungen", vor allem durch tarifliche Anpassungen, auf gestiegene Sozialkosten sowie auf gesetzliche Vorgaben, etwa im Brandschutz.

Gemeinsam mit den öffentlichen Trägern arbeiteten die Kirchen seit Jahren an "einer verlässlichen, qualitativ hochwertigen und pluralen Kita-Landschaft in Rheinland-Pfalz". Doch gerade die vom Land selbst gewünschte Trägervielfalt gerate nun "akut in Gefahr", hieß es. 

Die Intention des Kindertagesstättengesetzes, einen pluralen und vielfältigen Mix aus Trägern und Angeboten zu sichern, sei "ohne eine stärkere finanzielle Beteiligung des Landes nicht erfüllbar".

Zahlreiche Unterzeichner

Die "Landauer Erklärung" ist von der pfälzischen evangelischen Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst, dem Speyerer katholischen Bischof Karl-Heinz Wiesemann sowie zahlreichen Oberbürgermeistern und Landräten unterzeichnet.

Bistum Speyer

Das Bistum Speyer ist eine der ältesten deutschen Diözesen. Das Bistum zählt 436.850 Katholiken und erstreckt sich auf einer Fläche von 5.893 Quadratkilometern. Es umfasst die Pfalz im Bundesland Rheinland-Pfalz und den Saarpfalz-Kreis im Saarland. In seinen heutigen Grenzen besteht das Bistum seit 1817. 

Blick auf den Kaiserdom in Speyer / © Frank Rumpenhorst (dpa)
Blick auf den Kaiserdom in Speyer / © Frank Rumpenhorst ( dpa )
Quelle:
KNA