Der italienische Kardinal Giuseppe Petrocchi (77) hat den Vorsitz der Kardinalskommission für die Vatikanbank IOR übernommen. Er folgt damit auf den österreichischen Kardinal Christoph Schönborn (81), wie das Portal Vatican News am Montag meldete.
Schönborns Erfahrung habe während seiner zwölf Jahre an der Spitze des Kontroll- und Leitungsgremiums eine "solide und kohärente Führung" ermöglicht, so die Kardinalskommission.
Schönborn, emeritierter Erzbischof von Wien, äußerte sich dankbar über den im April 2025 verstorbenen Papst Franziskus für dessen "beständige und erleuchtete Unterstützung während des langen und anspruchsvollen Reformprozesses" des Instituts. Die Umgestaltung unter Aufsichtsratspräsident Jean-Baptiste de Franssu in den vergangenen Jahren habe innerhalb der internationalen Finanzgemeinschaft große Anerkennung und Wertschätzung gefunden, so Schönborn.
Der neue IOR-Präsident Petrocchi gehört der Kommission bereits seit 2020 an. Weitere Mitglieder des Gremiums sind die Kardinäle Ángel Fernández Artime, Konrad Krajewski, Luis Tagle und Emil Tscherrig.
Finanzdienstleister im Vatikanstaat
Die Vatikanbank IOR ("Institut für die Werke der Religion") ist die einzige Einrichtung im Staat der Vatikanstadt, die professionelle Finanzdienstleistungen erbringen darf. Sie verwaltet Vermögenswerte in Übereinstimmung mit der Soziallehre der katholischen Kirche und betreut nach eigenen Angaben mehr als 12.000 kirchliche Kunden in über 110 Ländern. 2023 und 2024 erzielte die Vatikanbank jeweils einen Gewinn von mehr als 30 Millionen Euro, den sie zu einem Großteil an den Heiligen Stuhl abführte.