Papst Leo XIV. empfängt seinen Wirtschaftsprüfer

Bleibt Cassinis Righini im Amt?

Der Vatikan und die Finanzen: keine Liebesgeschichte. Darum richtete Papst Franziskus das Amt des Generalrevisors ein. Bald endet das Mandat des aktuellen Wirtschaftsprüfers. Wohl ein Grund für das Gespräch mit Leo XIV.

Blick auf den Petersdom hinter der Engelsbrücke am Tiber / © Jan Woitas (dpa)
Blick auf den Petersdom hinter der Engelsbrücke am Tiber / © Jan Woitas ( dpa )

Abschiedsbesuch oder Verlängerung? Am Samstag hat Papst Leo XIV. seinen obersten Wirtschaftsprüfer Alessandro Cassinis Righini empfangen. Das teilte der Vatikan zunächst ohne weitere Angaben mit. Der 61-jährige Ökonom hat die unter Papst Franziskus (2013-2025) geschaffene Position offiziell seit 2021 inne, bekleidete sie bereits seit 2017 übergangsweise. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre und kann einmal verlängert werden.

Das Amt des Generalrevisors für finanzielle Angelegenheiten hatte Papst Franziskus im Jahr 2014 neu eingerichtet. Er überprüft die Bilanzen aller Behörden und Ämter des Heiligen Stuhls und meldet dem vatikanischen Wirtschaftsrat gegebenenfalls finanzielle Unregelmäßigkeiten. Sein Büro arbeitet unabhängig und berichtet direkt an den jeweiligen Papst. Bereits einen Monat nach seiner Wahl zum Papst am 8. Mai 2025 hatte Leo XIV. Cassinis Righini in Privataudienz empfangen.

Finanzen im Vatikan

Als zentrale Leitungsbehörde einer weltweiten Organisation sowie als Träger karitativer Einrichtungen hat der Heilige Stuhl hohe laufende Kosten, die meisten davon für Personal. Die Einnahmen kommen aus sehr unterschiedlichen Quellen.

Dazu zählen im Vatikan die Gewinne der Vatikanbank IOR aus Gebühren und Zinsen sowie die an den Heiligen Stuhl abgeführten Gewinne des Vatikanstaates, etwa aus Eintrittsgeldern oder dem Verkauf von Briefmarken.

Stapel von Geldmünzen und Geldscheinen spiegeln sich vor einer gezeichneten Kuppel des Petersdoms.  / © Julia Steinbrecht (KNA)
Stapel von Geldmünzen und Geldscheinen spiegeln sich vor einer gezeichneten Kuppel des Petersdoms. / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Quelle:
KNA