Beim Blasiussegen stehen Katholiken Schlange

"Kein Grund sich leichtfertig zu verhalten"

Schlange stehen in der Kirche? Das klingt wie aus einer anderen Zeit, besuchen doch immer weniger Menschen die Gottesdienste. Anfang Februar jedoch sind solche Ansammlungen keine Seltenheit, denn dann steht der Blasiussegen an.

Autor/in:
Leticia Witte
Pfarrer spendet Blasiussegen / © Harald Oppitz (KNA)
Pfarrer spendet Blasiussegen / © Harald Oppitz ( KNA )

Er ist beliebt und soll vor Halskrankheiten schützen. Sein Namensgeber, der heilige Blasius, gilt auch als Schutzpatron gegen das unpassende Wort. Das ist in Zeiten von Spaltung, Cyber-Mobbing und mangelndem Respekt immer aktuell. Der Festtag des Heiligen ist der 3. Februar. Rund um dieses Datum bieten katholische Gemeinden den Blasiussegen an.

"Junge Menschen sehnen sich nach Zeichen der Zuwendung"

Figur des Heiligen Blasius, einer der 14 Nothelfer, auf dem Gnadenaltar in der Basilika Vierzehnheiligen / © Matthias Hoch (KNA)
Figur des Heiligen Blasius, einer der 14 Nothelfer, auf dem Gnadenaltar in der Basilika Vierzehnheiligen / © Matthias Hoch ( KNA )

Unter denen, die ihn empfangen, sind nicht wenige junge Leute. "Viele junge Menschen sehnen sich nach Zeichen der Zuwendung. Sie hoffen auf himmlischen Beistand, selbst wenn sie das christliche Gottesbild nicht unbedingt teilen. Segensfeiern kommen deswegen generell gut an", sagt der Bonner Stadtjugendseelsorger Christian Jasper der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Das Schöne am Blasiussegen ist, dass jeder kommen kann, ohne weitere Voraussetzungen zu erfüllen. So wird besonders deutlich: Jeder Mensch ist von Gott geliebt - bedingungslos."

"Zeichen der Hoffnung"

Gerade junge Menschen erlebten die Welt zuweilen als trostlos und zerbrechlich, Einsamkeit sei verbreitet. "Kerzen, eine Handauflegung und der persönliche Zuspruch können in dieser Situation ein Zeichen der Hoffnung sein, das viele dankbar annehmen", meint der Kaplan.

Der Blasiussegen wird vor allem im Rheinland immer beliebter / © Jörg Loeffke (KNA)
Der Blasiussegen wird vor allem im Rheinland immer beliebter / © Jörg Loeffke ( KNA )

Allerdings seien Glaube und kirchliche Riten auch für viele junge Menschen weniger selbstverständlich geworden - vieles müsse man heute besser erklären, um beispielsweise ein "magisches Missverständnis" zu vermeiden, betont Jasper. "Als Jugendseelsorger werbe ich aber dafür, den Blasiussegen nicht als cringe, als peinliche Tradition, abzutun, sondern ihn als Chance zu sehen, sich im Glauben stärken zu lassen."

Der Segen wird zu einer Jahreszeit des Hustens und Halskratzens gespendet. Manch einer vertraut dann nicht nur gängigen Hausmitteln, sondern erhofft sich auch eine gewisse überirdische Unterstützung.

Schal und Hustenbonbons bleiben

Der Berliner Weihbischof Matthias Heinrich gibt zu bedenken: "Das heißt nicht, dass man nicht sorgsam mit seiner Gesundheit umgehen soll und sich mit Schal und Hustenbonbons ausstattet, wenn man sich der feuchten Kälte aussetzt." 

Der Blasiussegen sei "kein Versicherungsschutz, kein Grund sich leichtfertig zu verhalten", erklärte Heinrich vor einiger Zeit auf der Internetseite des Erzbistums Berlin. Und: "Segen ist kein Zauber, Segen ist Beziehung und Vertrauen."

Symbolbild Pfarrer spendet Blasiussegen / © Harald Oppitz (KNA)
Symbolbild Pfarrer spendet Blasiussegen / © Harald Oppitz ( KNA )

Der Blasiussegen ist keine Modeerscheinung, er entstand bereits im 16. Jahrhundert. Ein Priester hält dabei zwei gesegnete, in Form des Andreaskreuzes schräg angeordnete brennende Kerzen vor Gesicht und Hals jedes Einzelnen. Es können auch zwei in sich verschlungene Kerzen sein. Der zu Segnende soll auf Fürsprache des Heiligen vor Halskrankheiten und anderem Bösen bewahrt werden.

Von der Kita bis zur Schützenbruderschaft

Blasius war Bischof von Sebaste, Arzt und Märtyrer. Er soll nach grausamer Folter im Jahr 316 enthauptet worden sein. Er gilt als ein vielseitiger Heiliger und ist auch Patron der kroatischen Stadt Dubrovnik, der Blasmusikanten, Weber, Tiere und Ärzte. 

Dass er Patron von so vielen Berufsgruppen und Tieren wurde, hat sich im Laufe der Jahrhunderte im Osten und Westen entwickelt. Blasius gehört wie die heilige Barbara zu den 14 Nothelfern.

Er soll sich vor den Christenverfolgern versteckt haben, wurde jedoch entdeckt und kam ins Gefängnis. Dort bewahrte er laut der Überlieferung einen Jungen vor dem Ersticken an einer Fischgräte. Daher kommt der ihm zugeschriebene Schutz vor Halskrankheiten. 

Betagter Bischof mit Spitzbart und Buch

Im Osten wird Blasius als betagter Bischof mit Spitzbart und Buch, im Westen mit Mitra, Stab und Kerzen dargestellt. Reliquien, also sterbliche Überreste von Heiligen, werden in mehreren Kirchen in Deutschland und auch in Dubrovnik verehrt.

Dass der heilige Blasius offenbar ein Sympathieträger über die Zeiten hinweg ist, zeigt sich daran, dass nicht nur Kirchen nach ihm benannt sind, wie zum Beispiel der Dom Sankt Blasien im Schwarzwald. Auch Kindergärten und Schützenbruderschaften tragen seinen Namen.

Blasiussegen

Der Blasiussegen soll insbesondere vor Halskrankheiten schützen. Benannt ist er nach Bischof Blasius aus dem armenischen Sebaste, der um das Jahr 316 unter dem römischen Kaiser Licinius nach grausamer Folter starb. Historisch gesicherte Erkenntnisse gibt es darüber hinaus nicht, aber es existieren eine Reihe von Legenden.

Medientyp: Bild Priester spendet Blasiussegen / © Harald Oppitz (KNA)
Medientyp: Bild Priester spendet Blasiussegen / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA