Ukraine zeigt sich dankbar für erneuten Friedensappell des Papstes

Wunsch nach dauerhaftem Frieden

Vor fast vier Jahren hat Russland seinen Krieg gegen die Ukraine begonnen. Im bitterkalten Winter leiden die Menschen gerade wegen der Angriffe auf die Stromversorgung besonders. Für Papst Leo XIV. ist das völlig inakzeptabel.

Autor/in:
Sabine Kleyboldt
Häuserblock mit Wohnhäusern in Chmelnyzkyj (Ukraine) / © Francesca Volpi (KNA)
Häuserblock mit Wohnhäusern in Chmelnyzkyj (Ukraine) / © Francesca Volpi ( KNA )

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat Papst Leo XIV. für seinen erneuten Friedensappell gedankt. "Die Solidarität des Papstes mit den Leidenden, seine Gebete für die Zivilbevölkerung, die den Winter überstehen muss, und sein Appell an die Welt, die Bemühungen zur Beendigung dieses Krieges zu verstärken, sind eindringliche Mahnungen an unsere gemeinsame Menschlichkeit und die dringende Notwendigkeit eines dauerhaften Friedens", schrieb Sybiha auf der Plattform X (Sonntag).

Papst mit Gedanken bei Ukrainern

Papst Leo hatte beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz seine Appelle für ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine erneuert. "Auch in diesen Tagen wird die Ukraine von anhaltenden Angriffen heimgesucht, ganze Bevölkerungsgruppen sind dadurch der winterlichen Kälte ausgesetzt", so das Kirchenoberhaupt.

Papst Leo XIV. spricht zu den Gläubigen, die sich auf dem Petersplatz im Vatikan zum traditionellen Sonntagssegen am Ende des Angelusgebets versammelt haben / © Andrew Medichini/AP (dpa)
Papst Leo XIV. spricht zu den Gläubigen, die sich auf dem Petersplatz im Vatikan zum traditionellen Sonntagssegen am Ende des Angelusgebets versammelt haben / © Andrew Medichini/AP ( dpa )

"Die Fortsetzung der Kampfhandlungen mit ihren immer schwerwiegenderen Folgen für die Zivilbevölkerung vertieft die Kluft zwischen den Völkern und rückt einen gerechten und dauerhaften Frieden in die Ferne", mahnte Leo. Er verfolge die Ereignisse mit großer Trauer und sei in Gedanken und im Gebet bei den Leidenden. "Ich appelliere an alle, ihre Bemühungen zur Beendigung dieses Krieges weiter zu intensivieren."

Vatikan verstärkt Hilfsmaßnahmen

Unterdessen hat der Vatikan seine Hilfsbemühungen für die ukrainische Bevölkerung verstärkt. Der Sozialbeauftragte des Papstes, Kardinal Konrad Krajewski, rief die Menschen in Rom dazu auf, Thermokleidung, Decken und Lebensmittel in die ukrainische Kirche in Rom zu bringen. Der Appell stieß laut Vatikan-Medien auf große Resonanz. Zahlreiche Lastwagen mit lebensnotwendigen Gütern seien bereits auf dem Weg in die Ukraine.

Mitarbeiter des Apostolischen Almosenamts und andere Bürger des Vatikan sammeln am 7. März 2022 Hilfsgüter für die Ukraine im Vatikan. / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Mitarbeiter des Apostolischen Almosenamts und andere Bürger des Vatikan sammeln am 7. März 2022 Hilfsgüter für die Ukraine im Vatikan. / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Seit Kriegsbeginn seien mehr als 260 Fahrzeuge mit Hilfsgütern in die Ukraine gefahren, so der Kardinal. Krajewski war von Präsident Wolodymyr Selenskyj für seine karitative Arbeit für die Bevölkerung ausgezeichnet worden. "Die Medaille gebührt nicht mir; ich habe nur meine Pflicht als Priester erfüllt", sagte Krajewski laut Vatican News. 

Sie gebühre den Menschen guten Willens, die Kleidung, Lebensmittel und Geld gespendet hätten. Dank ihnen habe der Vatikan Ultraschallgeräte, Generatoren und acht Krankenwagen kaufen können, die in die Ukraine gebracht worden seien, so der Almosenbeauftragte des Papstes.

Christliche Kirchen in der Ukraine

Die kirchlichen Verhältnisse in der Ukraine sind komplex. Rund 70 Prozent der 45 Millionen Ukrainer bekennen sich zum orthodoxen Christentum. Sie gehören allerdings zwei verschiedenen Kirchen an: der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche (UOK) des Moskauer Patriarchats und der autokephalen (eigenständigen) Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU). Zudem gibt es eine römisch-katholische Minderheit mit rund einer Million Mitgliedern sowie die mit Rom verbundene (unierte) griechisch-katholische Kirche der Ukraine.

Das Heilige Feuer aus Jerusalem am 18. April 2020 im Kiewer Höhlenkloster Petscherska Lawra, Hauptsitz der ukrainisch-orthodoxen Kirche Moskauer Patriarchats. / © Sergey Korovayny (KNA)
Das Heilige Feuer aus Jerusalem am 18. April 2020 im Kiewer Höhlenkloster Petscherska Lawra, Hauptsitz der ukrainisch-orthodoxen Kirche Moskauer Patriarchats. / © Sergey Korovayny ( KNA )
Quelle:
KNA