Nach Angaben von Vatican News haben sich rund 20.000 Gläubige auf dem Petersplatz versammelt, um das Mittagsgebet mit dem Papst zu feiern.
"Auch in diesen Tagen wird die Ukraine von anhaltenden Angriffen heimgesucht, die ganze Bevölkerungsgruppen der Kälte des Winters aussetzen", sagte Leo XIV. beim Mittagsgebet. Die anhaltende Gewalt vertiefe die Kluft zwischen den Völkern und entferne die Welt von einem gerechten und dauerhaften Frieden. Er verfolge die Ereignisse mit großer Trauer und sei in Gedanken und im Gebet bei den Leidenden.
Leo XIV. rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, ihre Bemühungen zur Beendigung des Krieges zu intensivieren. Zugleich versicherte er den Leidenden seine Nähe und sein Gebet. Frieden entstehe durch den Respekt vor den Völkern, betonte Leo XIV. laut Vatican News.
Friedengebet auch für Nahen Osten
Neben der Ukraine schloss der Papst auch den Nahen Osten sowie andere Weltregionen in sein Friedensgebet ein. Er sprach von Gebieten, "in denen leider um Interessen gekämpft wird, die nicht die der Völker sind."
Besondere Worte richtete Leo XIV. an die Jugendlichen der Katholischen Aktion Rom, die mit rund 4.000 Teilnehmenden eine "Karawane des Friedens" bildeten. Der Papst dankte den Kindern und Jugendlichen dafür, dass sie Erwachsenen helfen könnten, die Welt aus der Perspektive der Zusammenarbeit zwischen Menschen und Völkern zu betrachten. Er ermutigte sie, Friedensstifter zu sein – zu Hause, in der Schule und im Alltag – und Gewalt in Worten wie Taten konsequent abzulehnen. "Seid niemals gewalttätig, weder mit Worten noch mit Gesten. Niemals! Das Böse kann nur mit dem Guten besiegt werden." Gemeinsam mit ihnen betete er für den Frieden.
Sonntag des Wortes Gottes
Wie Vatican News weiter berichtete, erinnerte der Papst außerdem an den Sonntag des Wortes Gottes, der in diesem Jahr ebenfalls auf den 25. Januar fiel. Der Gedenktag sei vor sieben Jahren von Papst Franziskus eingeführt worden, um die Kenntnis der Heiligen Schrift und die Aufmerksamkeit für das Wort Gottes im kirchlichen Leben zu fördern. Leo XIV. dankte allen, die sich für dieses Anliegen engagieren.
Anlässlich des Welt-Lepra-Tages versicherte der Papst den an Lepra erkrankten Menschen seine Verbundenheit. Er würdigte insbesondere den Einsatz der italienischen Vereinigung "Amici di Raoul Follereau" sowie aller, die sich für die Würde und Begleitung der Betroffenen einsetzen.
Abschließend verwies Leo XIV. auf die ökumenische Gebetswoche für die Einheit der Christen, die an diesem Sonntag endet. Am Nachmittag wolle er gemeinsam mit Vertretern anderer christlicher Konfessionen eine Vesper in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern feiern.
"Gott schließt niemanden aus"
In seiner kurzen geistlichen Ansprache beim Angelusgebet forderte er die Christen zu Offenheit und Mut zum Handeln auf. Zur Verbreitung der Frohen Botschaft habe Jesus die Grenzen seines Landes Israel überschritten und jenen Gott verkündet, "der allen nahe ist, der niemanden ausschließt, der nicht nur für die Reinen gekommen ist, sondern sich in die Lebenslagen und Beziehungen der Menschen einmischt", so der Papst.
"Wir Christen müssen daher auch der Versuchung widerstehen, uns zu verschließen: Das Evangelium muss in jeder Lebenslage und in jedem Umfeld verkündet und gelebt werden, damit es ein Sauerteig der Geschwisterlichkeit und des Friedens unter den Menschen, zwischen Kulturen, Religionen und Völkern wird", erklärte Leo.