Das Fest Pauli Bekehrung muss in diesem Jahr weichen

Paulus fällt nicht nur vom Pferd, sondern aus

Vom Saulus zum Paulus: Das Fest Pauli Bekehrung gedenkt der Wandlung des Saulus von Tarsus zum Apostel Paulus. Mendelssohn Bartholdy hat dessen Lebensgeschichte beeindruckend vertont. Dass das Fest 2026 ausfällt, hat einen guten Grund.

Kölner Dom, Dreikönigenschrein, Apostel Paulus / © Dombauhütte / Foto: Matz und Schenk (Kölner Dom)
Kölner Dom, Dreikönigenschrein, Apostel Paulus / © Dombauhütte / Foto: Matz und Schenk ( Kölner Dom )

Das Fest Pauli Bekehrung gibt es schon seit dem achten Jahrhundert und gedenkt der Wandlung des Saulus als glühenden Christenverfolger zu Paulus, der zum überzeugten Christ wird.

Das Neue Testament schildert, wie Paulus auf dem Weg nach Damaskus Jesus Christus selbst begegnet und sich radikal ändert. "Saul, warum verfolgst du mich?" Diese Frage trifft ihn wie ein Blitz und Saulus sieht sich ab dem Moment als Christusanhänger und Apostel. Diese Wandlung vom Christenverfolger zum Christusanhänger hat Felix Mendelssohn Bartholdy wunderbar in Musik dargestellt, nämlich in seinem Oratorium "Paulus".

Denkmal von Felix Mendelssohn Bartholdy in Düsseldorf / © Maiko33 (shutterstock)
Denkmal von Felix Mendelssohn Bartholdy in Düsseldorf / © Maiko33 ( shutterstock )

Die Komposition für Chor, Gesangssolisten und Orchester beschreibt also die Wandlung des Saulus von Tarsus rund um dessen "Damaskus-Erlebnis" zum Apostel Paulus. In zwei Teilen erzählt Mendelssohn das Wirken des Apostels. Seine Verfolgung der jungen Christengemeinden, dann die Bekehrung auf dem Weg nach Damaskus und schließlich seine Arbeit als Missionar.

Paulus "verliert" gegen Jesus

Im Radioprogramm von DOMRADIO.DE erklingt am Sonntagabend ab 20 Uhr der erste Teil des Werkes; Paulus verfolgt vor seiner Bekehrung die Christen rücksichtslos. Dann aber kommt es auf dem Weg nach Damaskus zur schicksalhaften Begegnung.

Dass das Fest im Jahr 2026 liturgisch nicht gefeiert hat, basiert auf einem einfachen Grund: Der 25. Januar fällt auf einen Sonntag. Dieser "Herrentag" ist in der kirchlichen Sichtweise wichtiger als das Fest, deswegen wird der Sonntag als dritter Sonntag im Jahreskreis gefeiert, die Gebete und ausgewählten Lesungen aus der Bibel in der Sonntagsmesse und sonstigen Gebetszeiten berücksichtigen das Fest also nicht. 

Jesus Christus, im kirchlichen Kontext oft auch "Herr" genannt, zu dessen Ehren der Sonntag begangen wird und der daher auch gerne als Herrentag (lat. Dominica, it. Domenica, frz. Dimanche) bezeichnet wird, hat demnach Vorrang vor den Heiligen, die lediglich auf ihn verweisen. Dies gilt dann auch für den Apostel Paulus – trotz seiner spektakulären Wandlung vom Saulus, dem Christenverfolger zum Paulus, dem Christusanhänger.

Kirchenjahr

Der Jahreskreis der christlichen Feste heißt Kirchenjahr. Es beginnt am ersten Adventssonntag und endet am letzten Sonntag vor Adventsbeginn. Die Katholiken feiern dann das Christkönigsfest, die Protestanten den Totensonntag, an dem sie der Verstorbenen gedenken.

Der Advent gilt als Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten, das Fest der Geburt Jesu am 25. Dezember. Der Weihnachtsfestkreis endet am Sonntag, der auf das Dreikönigsfest vom 6. Januar folgt, mit dem Gedenken an die Taufe Jesu.

Stolen in allen liturgischen Farben lagern in den Schubladen der Domsakristei. / © Beatrice Tomasetti (DR)
Stolen in allen liturgischen Farben lagern in den Schubladen der Domsakristei. / © Beatrice Tomasetti ( DR )
Quelle:
DR

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