Die Lage im Gazastreifen ist nach Worten des katholischen Pfarrers Gabriel Romanelli "weiterhin sehr unklar und sehr kompliziert".
Obwohl der israelische Beschuss aufgehört habe, zerstöre Israel seit Inkrafttreten des Waffenstillstands im Oktober verstärkt Häuser. Auch das Töten von Einwohnern halte an, sagte der Leiter der katholischen Gemeinde in dem Kriegsgebiet am Dienstag. Gleichzeitig weite Israel seine territoriale Kontrolle aus.
Zwar hätten jüngste Berichte über eine baldige Implementierung der zweiten Phase des Friedensplans für "etwas Gelassenheit" bei den Menschen gesorgt. Gleichzeitig aber seien viele verängstigt, weil es weiterhin keine klaren Zeichen dafür gebe. Als Beispiel nannte Romanelli die geschlossene Grenze nach Ägypten sowie die Ankündigung israelischer Regierungsvertreter, die Grenze nur in Richtung Ägypten zu öffnen. Der argentinische Ordensmann äußerte sich bei einem Zoom-Austausch mit einer internationalen Bischofsgruppe bei deren Jerusalembesuch.
Wie ist die Versorgungslage?
Als widersprüchlich beschrieb Romanelli die Versorgungslage. Während es auf den kommerziellen Märkten inzwischen ein breiteres Angebot gebe, mangele es an humanitärer Hilfe, auf die die Mehrheit der Menschen angewiesen sei. Auch sauberes Wasser und Medikamente gebe es nicht in benötigter Menge.
Weiter sagte der Pfarrer, das Ansehen der Kirche sei während des Krieges gestiegen. Die Nähe der Kirche zu den Armen habe die Wertschätzung für Christen und die Kirche in Gaza gestärkt. Seit Beginn des Konflikts am 7. Oktober 2023 ging die Zahl der Christen im Gazastreifen nach Aussage Romanellis beinahe auf die Hälfte zurück.
Sechs Prozent ihrer Mitglieder habe die Gemeinde durch Todesfälle verloren, darunter 23, die durch israelischen Beschuss getötet worden seien; 23 weitere seien mangels ausreichender medizinischer Versorgung gestorben.