Im Gazastreifen herrscht nach Worten des Jerusalemer Kardinals Pierbattista Pizzaballa "totale Verwüstung". Trotz der seit Oktober geltenden Waffenruhe verursachten gezielte Angriffe der israelischen Armee nach wie vor Tod und Zerstörung, sagte er dem Portal Vatican News (Dienstag).
"Die Menschen sterben weiterhin, nicht nur an der Kälte, sondern auch am Mangel an Medikamenten", so der lateinische Patriarch von Jerusalem, der Gaza im Dezember besucht hatte. Unter anderem fehlten Antibiotika, sagte Pizzaballa.
Auch das UN-Kinderhilfswerk Unicef berichtete am Dienstag in Genf, seit Beginn der Waffenruhe seien allein mehr als 100 Jungen und Mädchen im Gazastreifen getötet worden. Dabei seien lediglich ausreichend belegte Fälle berücksichtigt worden; die tatsächliche Zahl der getöteten Kinder dürfe daher höher liegen. Hunderte weitere Kinder wurden laut Unicef in den letzten 100 Tagen verletzt.
"Die Menschen im Iran leiden schon lange"
Pizzaballa äußerte sich auch zur Situation im Iran, wo Demonstranten getötet wurden, die gegen die Regierung und die wirtschaftliche Situation des Landes protestierten. "Wir sehen, dass der Wunsch nach Leben, Würde und Gerechtigkeit im Herzen jedes Menschen verankert ist", so der Kardinal. Er hoffe, dass die Situation nicht in weiterer Gewalt und Blutvergießen enden werde.