Kardinal Pizzaballa warnt vor anhaltender Gewalt in Gaza

Bleibt Gaza eine Todeszone?

Seit Oktober gilt im Gazastreifen eine fragile Waffenruhe, doch sicher ist es in dem Konfliktgebiet nicht. Warnungen äußerten jetzt das Oberhaupt der Katholiken in der Region, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, und das Hilfswerk Unicef.

Zerstörung in Gaza-Stadt / © Gaza - Survival Journey (shutterstock)
Zerstörung in Gaza-Stadt / © Gaza - Survival Journey ( shutterstock )

Im Gazastreifen herrscht nach Worten des Jerusalemer Kardinals Pierbattista Pizzaballa "totale Verwüstung". Trotz der seit Oktober geltenden Waffenruhe verursachten gezielte Angriffe der israelischen Armee nach wie vor Tod und Zerstörung, sagte er dem Portal Vatican News (Dienstag). 

"Die Menschen sterben weiterhin, nicht nur an der Kälte, sondern auch am Mangel an Medikamenten", so der lateinische Patriarch von Jerusalem, der Gaza im Dezember besucht hatte. Unter anderem fehlten Antibiotika, sagte Pizzaballa.

Kardinal Pierbattista Pizzaballa / © Debbie Hill/OSV news (KNA)
Kardinal Pierbattista Pizzaballa / © Debbie Hill/OSV news ( KNA )

Auch das UN-Kinderhilfswerk Unicef berichtete am Dienstag in Genf, seit Beginn der Waffenruhe seien allein mehr als 100 Jungen und Mädchen im Gazastreifen getötet worden. Dabei seien lediglich ausreichend belegte Fälle berücksichtigt worden; die tatsächliche Zahl der getöteten Kinder dürfe daher höher liegen. Hunderte weitere Kinder wurden laut Unicef in den letzten 100 Tagen verletzt.

"Die Menschen im Iran leiden schon lange"

Pizzaballa äußerte sich auch zur Situation im Iran, wo Demonstranten getötet wurden, die gegen die Regierung und die wirtschaftliche Situation des Landes protestierten. "Wir sehen, dass der Wunsch nach Leben, Würde und Gerechtigkeit im Herzen jedes Menschen verankert ist", so der Kardinal. Er hoffe, dass die Situation nicht in weiterer Gewalt und Blutvergießen enden werde.

Lateinisches Patriarchat von Jerusalem

Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem betreut die römisch-katholischen Christen im Heiligen Land. Seine Jurisdiktion erstreckt sich über das Staatsgebiet von Israel, Jordanien, Zypern und die Palästinensischen Gebiete. Die Ursprünge des Patriarchats liegen in der Zeit der Kreuzfahrer, die sich als "Lateiner" bezeichneten. Es erlosch jedoch mit dem Fall Akkos 1291. Im Jahr 1847 belebte Papst Pius IX. das Patriarchat neu.

Blick auf Jerusalem / © Kyrylo Glivin (shutterstock)
Quelle:
KNA