Der Chefdiplomat des Papstes, Kardinal Pietro Parolin, hat sich besorgt über die Spannungen um Grönland sowie die Krisen im Iran und in Venezuela gezeigt. "Machtlösungen sind unangebracht", mahnte er am Wochenende in Rom, wie "Vatican News" berichtet. Konflikte allein mit Gewalt zu lösen und Positionen durchsetzen zu wollen, sei nicht nur inakzeptabel, sondern führe immer näher an "einen Krieg innerhalb der internationalen Politik", so der Kardinalstaatssekretär.
Angesichts wachsender Spannungen in der internationalen Politik gerade um das zu Dänemark zählende Grönland hob er die Bedeutung des Multilateralismus hervor. Der Geist der Zusammenarbeit, der die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt habe, verliere zunehmend an Kraft, so die Nummer Zwei des Vatikans.
"Die vielen Toten im Iran sind eine Tragödie"
Mit Blick auf den Iran, wo zuletzt Proteste gegen das Regime teils brutal niedergeschlagen wurden, zeigte sich Parolin tief besorgt.
"Ich frage mich, wie es möglich ist, das eigene Volk anzugreifen. Die vielen Toten sind eine unendliche Tragödie." Zugleich äußerte er die Hoffnung auf eine friedliche Lösung der aktuellen Situation.
Zur Krise in Venezuela bekräftigte Parolin das anhaltende Engagement des Heiligen Stuhls für einen gewaltfreien Ausweg. "Wir hatten versucht, eine Lösung zu finden, die jedes Blutvergießen vermeidet, vielleicht auch durch ein Abkommen mit Maduro und mit anderen Vertretern des Regimes, aber das war nicht möglich", erklärte er. Die derzeitige Lage sei von großer Unsicherheit geprägt, so der Chefdiplomat von Papst Leo XIV.
Der Kardinal äußerte die Hoffnung, dass sich die gegenwärtige Situation großer Unsicherheit hin zu Stabilität, einer Erholung der wirtschaftlich sehr prekären Lage und einer Demokratisierung des Landes entwickeln werde. Parolin äußerte sich auf Fragen von Journalisten am Rande eines Gottesdienstes in Rom.