Das Dommuseum im Kreuzgang des Frankfurter Kaiserdoms ist der Stadt überschrieben worden - mit 222 Jahren Verzug. Zwar fiel das Domgrundstück bereits 1803 im Zuge der Französischen Revolution der Stadt zu, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Samstag berichtet. Der Kreuzgang sei aber ausgenommen worden, weil sich darin die Domschule als Volksschule für die Allgemeinheit befand. "Freiheit von allen Lasten" sei nur gewährt worden, weil sie "für immer dem Schulgebrauch" gewidmet sein musste.
Bei einem Notartermin mit Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff (Grüne) sei der Übertrag des Grundstücks jetzt besiegelt worden, hieß es. Alle Beteiligten hätten im Vorfeld gedacht, die Fläche des mittelalterlichen Kreuzgangs aus dem frühen 15. Jahrhundert sei ohnehin schon im Eigentum der Stadt.
Anfang des 20. Jahrhunderts war die Domschule laut Bericht umgezogen. Die Nutzungsbeschränkung des Kreuzgangs für schulische Zwecke sei 1965 zwischen Stadt und Kirche aufgehoben und der Grundbucheintrag gelöscht worden. 1987 vereinbarten Domgemeinde und Kommune, in der einstigen Domschule das Dommuseum einzurichten.
Abfallgebühr als heiße Spur
Dompfarrer Johannes zu Eltz wird mit den Worten zitiert, durch die Schenkung der 381 Quadratmeter werde der ungeklärte Zustand nun neu geordnet. Die Dompfarrei versicherte, die Nutzung als Museum bleibe selbstverständlich erhalten. Aufgefallen war die Unstimmigkeit laut FAZ durch die kommunale Erhebung von Abfallgebühr für einen kleinen Teil des Dom-Areals zu Lasten der Kirchenverwaltung.
Der katholische Kaiserdom in Frankfurt ist die einstige Wahl- und Krönungskirche der römisch-deutschen Kaiser und also ein wichtiges Baudenkmal der Reichsgeschichte. Er galt vor allem im 19. Jahrhundert als Symbol nationaler Einheit. Von der Mitte des 9. Jahrhunderts bis zum Reichsdeputationshauptschluss von 1803 war der Dom Sitz eines Stifts, aber nie Bischofskirche.