In Deutschland wird weniger Wein getrunken: In den zwölf Monaten von August 2024 bis Juli 2025 waren es bezogen auf die Bevölkerungsgruppe der Über-16-Jährigen noch 21,5 Liter pro Kopf - eine Flasche weniger als die 22,2 Liter im Jahr zuvor, wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mit Sitz im reinland-pfälzischen Bodenheim am Donnerstag mitteilte. Zum Trend bei Messwein gab es keine Zahlen.
Das auf Kirchenbedarf spezialisierte Fachunternehmen Schreibmayr in München gab auf Nachfrage an, der Verkauf von Messwein sei vor und nach den Corona-Jahren weitgehend stabil geblieben. Allerdings lasse sich von den Firmenumsätzen nicht auf den gesamten Markt schließen.
Zwar sei während der Pandemie, als Präsenzgottesdienste nicht oder nur unter strengen Auflagen stattfinden durften, der Umsatz von Hostien drastisch zurückgegangen; dies gelte auffälligerweise aber nicht für den Absatz beim Messwein, sagte Geschäftsführer Andreas Püttmann der Katholischen-Nachrichten-Agentur (KNA). Exakte Zahlen konnte er nicht angeben.
Christus Rex, 15 Prozent
Geliefert wird von Schreibmayr etwa der rote Messwein "Christus Rex" mit einem Alkoholgehalt von 15 Prozent. Der Wein hat der Beschreibung zufolge ein "volles, portweinähnliches Aroma", ist in Holzfässern gereift und "nach kanonischem Recht zubereitet".
Um gepanschtem Wein einen Riegel vorzuschieben, gab es in früheren Zeiten noch kirchliche Approbationen für Messwein, die zugleich ein Gütesiegel für dessen Reinheit waren. Diese Anforderungen übernahmen später auch staatliche Weingesetze.
Naturrein und unverdorben
Julia Lübcke, Güterdirektorin der Bischöflichen Weingüter Trier, sagte dazu der KNA: "Jeder einzelne Wein in unserem Sortiment ist als Messwein geeignet, weil er den hohen Qualitätsansprüchen entspricht." Man verkaufe eine große Menge Wein an Pfarreien vor allem im Gebiet des Bistums Trier. Aber man könne keine Zahlenangaben dazu machen, "wieviel davon als Messwein verwendet wird".
Als Messwein wird der aus Trauben gewonnene Wein bezeichnet, der in der katholischen Eucharistiefeier, beim Abendmahl der Protestanten oder in der Heiligen Liturgie der Ostkirchen Verwendung findet.
Die katholische Kirche stellt seit Jahrhunderten strenge Anforderungen an die Qualität dieses "Altarweines". Im Kirchenrecht heißt es: "Der Wein muss naturrein und aus Weintrauben gewonnen sein und darf nicht verdorben sein." (Canon 924).