Erzbischof Gänswein würdigt Benedikt XVI. als wortmächtigen Theologen

Worte tragen bis heute

Anlässlich des dritten Todestags von Benedikt XVI. erinnert Georg Gänswein an den ehemaligen Papst und erklärt, warum ihm dessen Schriften bis heute im Alltag helfen und ihm in theologischen wie persönlichen Fragen Orientierung geben.

Papst Benedikt XVI. und sein Privatsekretär Georg Gänswein im Jahr 2013 / © Michael Kappeler (dpa)
Papst Benedikt XVI. und sein Privatsekretär Georg Gänswein im Jahr 2013 / © Michael Kappeler ( dpa )

Der langjährige Privatsekretär von Benedikt XVI. und jetzige Nuntius in Litauen, Georg Gänswein, hat seinen früheren Vorgesetzten als wortmächtigen Theologen und unerschrockenen Verkünder des Glaubens gewürdigt. "Wenn bestimmte theologische Fragen auftauchen oder sich Herausforderungen stellen, greife ich natürlich gern und zuerst zu den Schriften von Joseph Ratzinger", sagte Gänswein dem Portal Vatican News. Anlass war der dritte Todestag des früheren deutschen Papstes am Mittwoch.

Zur bleibenden Aktualität der Texte erklärte Gänswein, es erstaune ihn immer wieder, wie aktuell viele davon seien - "obgleich sie teilweise vor vielen Jahren, ja Jahrzehnten entstanden sind". Er lese regelmäßig Predigten und theologische Werke Benedikts, so der Erzbischof weiter. Die geistlichen Impulse seien hilfreich, um Herausforderungen des Alltags zu bewältigen.

Gänswein betonte, es habe bei Benedikt keinen Unterschied zwischen öffentlichem Auftreten und persönlichem Alltag gegeben. "Als Mensch im Alltag war er genauso wie als Mensch in der Öffentlichkeit - liebenswürdig, freundlich, humorvoll, entschieden und mild. Das hat er öffentlich gezeigt, und so hat er auch im Alltag gelebt."

Die wichtigsten Leitlinien des Denkens von Joseph Ratzinger

Benedikt XVI. war der erste Papst der Neuzeit, der freiwillig sein Amt abgab. Dabei berief er sich auf sein Gewissen - obwohl er dieser Instanz stets misstraute und theologisch ganz andere Schwerpunkte setzte. Wie wohl kein Papst vor ihm ist Benedikt XVI. auch auf dem Stuhl Petri ein Theologe geblieben.

Bereits als junger Wissenschaftler gehörte er zu den führenden deutschen Dogmatik-Professoren, die das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) prägten. Später entfremdete er sich immer mehr von seinen Kollegen.

Papst em. Benedikt XVI. am Schreibtisch / © Osservatore Romano/Romano Siciliani (KNA)
Papst em. Benedikt XVI. am Schreibtisch / © Osservatore Romano/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA