Nach der US-Militärintervention in Venezuela mahnt die katholische Kirche im Land einen selbstbestimmten Übergang an. Die Menschen hofften weiter auf eine friedliche Lösung in einem demokratischen und rechtsstaatlichen Rahmen, sagte der Vorsitzende der Venezolanischen Bischofskonferenz, Jesús González de Zárate, der US-Zeitschrift "National Catholic Reporter" (Dienstag).
Die Verantwortung für die Lösung der aktuellen Situation liege zuerst bei den Venezolanern, betonte der Erzbischof von Valencia. Ausländische Hilfe sei notwendig, werde aber nicht wirksam sein, wenn sie die Bevölkerung übergehe. Frieden in Venezuela müsse "aus Wahrheit und Gerechtigkeit" entstehen, so González.
Vorbehalte gegenüber Dialog
Dass Initiativen zu einer Lösung unter Beteiligung aller so lange vereitelt worden seien, habe in weiten Teilen der Bevölkerung "Misstrauen und sogar Ablehnung gegenüber allem hervorgerufen, was nach Dialog und Verhandlung klingt", sagte González. Angesichts dessen hätten manche "die Möglichkeit anderer Lösungswege gesehen, ohne die damit verbundenen Konsequenzen ausreichend abzuwägen", so der Erzbischof, ohne konkreter zu werden. Die Freilassung der politischen Gefangenen wäre jedoch "ein Zeichen der Offenheit in diesem Bereich".
Zur Rolle der katholischen Kirche, die als kritische Stimme unter Machthaber Nicolás Maduro galt, sagte González, Kritik an Einlassungen der Bischöfe komme sowohl aus Regierungskreisen wie auch aus Oppositionsgruppen, die jeweils wünschten, dass die Kirche ihre parteipolitischen Positionen unterstütze.
Die Migrationssituation sei Gegenstand großer Sorge für die Bischöfe, so González weiter. Er verwies auf "ungünstige Veränderungen in der Migrationspolitik einiger Länder gegenüber Venezolanern". Man stehe mit anderen Bischofskonferenzen darüber in Kontakt.